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Glocken von Peter und Paul läuten automatisch

Glocken von Peter und Paul läuten automatisch

In der Heinzerather Kirche St. Peter und Paul sind im Turm, am Dach und an der Elektrik zahlreiche Teile erneuert worden. Die Glocken läuten jetzt automatisch, und müssen nicht mehr manuell bewegt werden.

Heinzerath. Lange haben die Glocken der Heinzerather Kirche Peter und Paul nicht richtig funktioniert. Doch seit kurzem läuten beide wieder in dem 700 Jahre alten Gebäude, das zu den ältesten Gotteshäusern in der Region gehört. Die Leute seien froh, dass beide Glocken wieder funktionierten, sagt der Heinzerather Josef Schmitz, der die Kirche betreut und bisher per Hand läuten lassen musste. Das ist jetzt nicht mehr nötig, da eine neue Automatik dafür sorgt, dass die Kirchenglocken dreimal am Tag läuten. "Es ist ein weiches, angenehmes Geläut", sagt er.
Damit ist die Renovierung der Heinzerather Kirche abgeschlossen, stellt der Monzelfelder Pfarrer Markus Weilhammer, zu dessen Pfarreiengemeinschaft die Kirche gehört, fest. 2013 hatte ein Gutachter Schäden am Geläut und am Turm festgestellt.
Wohl günstiger als gedacht


Daraufhin wurde das Joch des Glockenstuhls, an dem die beiden Glocken hängen, durch eine eigene Konstruktion ersetzt und vom Kirchturm entkoppelt. "Wenn die Glocken jetzt schwingen, wackelt der Turm nicht", sagt Weilhammer. Der Aufstieg in den Turm wurde ebenfalls erneuert und drei Zwischenetagen wurden eingesetzt. Zudem hat der Innenraum eine neue hellere Beleuchtung erhalten, die die alten Lampen ersetzt. Im Dachstuhl sind einige Balken erneuert und gesichert worden, genauso wie der Laufsteg, der über das Gewölbe führt.
Die Kostenschätzung zu Beginn der Arbeiten hatte 95 000 Euro betragen, sagt Weilhammer. Die Endabrechnung ist noch nicht erfolgt, doch ist der Pfarrer zuversichtlich, dass sich die Kosten günstiger entwickeln als gedacht.
Zum einen seien die Arbeiten preiswerter gewesen. Zum anderen sei eines der beiden vorher geplanten Gerüste nicht notwendig gewesen. Die Arbeiten am Dach und der Elektrik würden vom Bistum zu 60 Prozent gefördert, sagt Weilhammer, während die Kosten für die Lampen und die Arbeiten an der Glocke eigentlich komplett von der Pfarrei Merscheid, zu der die Heinzerather Kapelle gehört, getragen werden müssten.
Doch ist dies aufgrund zweier großer und vieler kleiner Spenden sowie der Einnahmen aus Kollekten nicht notwendig, sagt Weilhammer: "Die Pfarrei wird voraussichtlich nichts zahlen müssen."
Die ältere der beiden Kirchenglocken stammt aus dem 14. Jahrhundert, die neuere aus dem Jahr 1726, sagt Schmitz. Die jüngere der beiden Glocken sei 1942/1943 abgebaut und nach Hamburg geschafft worden, um diese einzuschmelzen und das Metall für den Bau von Waffen zu verwenden. Doch dazu sei es nicht gekommen: 1948 ist die Glocke wieder nach Heinzerath zurückgebracht worden. Aber ohne den dazugehörenden Klöppel, denn diesen hätte der damalige Küster vor dem Abtransport der Glocke vergraben. Da der Küster gegen Ende des Krieges verstorben sei, wisse bis heute niemand, wo der originale Klöppel verblieben ist. Stattdessen sei ein Klöppel einer Glocke der Pfarrkirche Haag angepasst worden. Die Glocke selbst sei auch im Krieg abmontiert worden und nicht mehr zurückgekommen, sagt Schmitz.