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Seit der Brunnen da ist, ist kein Baby mehr gestorben

Seit der Brunnen da ist, ist kein Baby mehr gestorben

Gäste aus Mali haben im Traben-Trarbacher Weltladen über den Bau eines Brunnens berichtet, der mit Spenden aus dem Weltladen finanziert wurde. Er versorgt rund 15 000 Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt.

Traben-Trarbach. "Für einen Brunnen in Mali" lautete die Beschriftung einer Spendendose, die seit Juni 2012 fast ein Jahr lang auf der Verkaufstheke des Trabener Weltladens stand. Dieser Brunnen ist nun fertig. Mit Unterstützung des CVJM, dem Trägerverein des Weltladens, waren 5000 Euro zusammengekommen. Sie wurden symbolisch überreicht - in Form eines kleinen getöpferten Brunnenmodells von Eta Kruse, einem Mitglied des Weltladenteams. Die weiteren 5000 Euro, die der Brunnen zusätzlich kostete, stellte die Mali-Hilfe. "Wir sind doch jetzt Freunde!", sagte der verantwortliche Ingenieur Lakami Maguiraga und lud die Anwesenden ein, einmal nach Mali zu kommen. Mit ihm zusammen zu Gast im Weltladen waren der erste Vorsitzende der Mali-Hilfe, Peter Brucker aus Longkamp, und Bakary Keita von der ONG Mali-Hilfe Ass. Der neue Brunnen steht in Korokodio-Yerere, einem Ort an der mauretanischen Grenze.
Ungefähr 15 000 Menschen leben in der Gemeinde. Der Brunnen gehört zu einem Baby- und Entbindungshaus, das ebenfalls mit Mitteln der Mali-Hilfe und außerdem mit Zuschüssen aus dem Cusanus-Gymnasium Wittlich gebaut wurde.
Vor der Errichtung des Babyhauses mussten die Frauen Wege bis zu 29 Kilometer mit dem Eselskarren oder zu Fuß zurücklegen, wenn sie nicht zu Hause entbinden wollten. Jetzt haben sich die Wege auf vier bis sechs Kilometer verkürzt. Wegen der schlechten Versorgung lag die Säuglings- und Müttersterblichkeit bei 23 bis 28 Prozent, seitdem aber Babyhaus und Brunnen da sind, ist kein Baby und keine Mutter mehr gestorben. red