Tourist-Info mit Tradition

Die Tourist-Information der Stadt Bernkastel-Kues blickt auf eine 90-jährige Geschichte zurück: Seit dem 1. April 1926 verfügt die beliebte Urlaubs- und Weinstadt über ein amtliches Verkehrsbüro, das interessierte Moselgäste bei der Urlaubs- und Freizeitplanung unterstützt.

Bernkastel-Kues. Jedes Jahr kommen mehr als eine Million Touristen aus aller Welt nach Bernkastel-Kues, um in der "Internationalen Stadt der Rebe und des Weines" einen erholsamen Urlaub zu verbringen oder einen vergnüglichen Tagesausflug zu unternehmen. Bei ihrer Urlaubsplanung nutzen zahlreiche Moselgäste den umfangreichen Service der örtlichen Tourist-Information (Mosel-Gäste-Zentrum) am Bernkasteler Gestade.
Bereits vor neun Jahrzehnten konnten Besucher der Weinstadt sich erstmals bei einem städtischen Verkehrsamt informieren: Denn am 1. April 1926 wurde das erste amtliche Verkehrsbüro der beliebten Urlaubsstadt im 1883 erbauten "Haus Dillinger" am Bernkasteler Brückenkopf eröffnet.
Heimat- geschichte(n)


Anlässlich der Eröffnung berichtete die Bernkasteler Zeitung vom 3. April 1926: "Das städtische Verkehrsbüro (...) befindet sich in dem früheren Ladenlokal von Nikolaus Dahm, Ecke Gestade-Kaiserstraße, ein Platz, wie er für ein Verkehrsbüro nicht besser gefunden werden konnte. Die Führung der Geschäfte ist dem Kaufmann Matthias Wagner von hier übertragen worden. Schon lange bestand der Wunsch, ein städtisches Verkehrsbüro zu errichten, denn es zeigte sich immer mehr, daß unser reizendes Moselstädtchen nicht nur von Fremden gerne besucht wird, sondern auch auf den Fremdenverkehr angewiesen ist. Es ist deshalb Pflicht sowohl der interessierten Gewerbetreibenden, als auch der ganzen Bürgerschaft, die Tätigkeit des Verkehrsbüros zu unterstützen. (...)."
Das städtische Verkehrsamt ersetzte von nun an das frühere Verkehrsbüro des städtischen Gewerbevereins, das den erhöhten Anforderungen des seinerzeit zunehmenden Fremdenverkehrs nicht mehr entsprach.
In den ersten Wochen nach der Eröffnung des neuen Büros gab es jedoch noch kleinere Unstimmigkeiten, die in der Bernkasteler Zeitung vom 27. Mai 1926 zur Sprache kamen: "Das Verkehrsbüro teilt uns mit: Es kommt immer wieder vor, dass Leute, die selbst ungenügend Bescheid wissen, Auskunft an Fremde erteilen. Das Publikum wird deshalb gebeten, in solchen Fällen die Fremden an das Verkehrsbüro zu verweisen. Dort sind alle Fahrpläne und Karten der weitesten Umgegend zur Hand, ebenso die Kursbücher und Hotel-Anzeiger, so daß jede gewünschte Auskunft sofort und richtig erteilt werden kann." Um überdies auch telefonische Auskünfte erteilen zu können, erhielt das Verkehrsamt alsbald einen Fernsprech-Anschluss. Das Amt diente somit auch als öffentliche Fernsprechstelle, von der aus jedermann Telefongespräche nach auswärts führen konnte.
Wenige Jahre später verlegte die Stadt das Verkehrsbüro ins Rathaus am Markt, wo es bis in die Mitte der 1960er Jahre untergebracht war. In der Nachkriegszeit engagierte sich der damalige Amtsleiter Hans Hundemer für den Wiederaufbau des Verkehrsamtes ab dem Jahre 1950. In Ausübung seiner 30-jährigen Amtstätigkeit förderte er den regionalen Tourismus maßgeblich, insbesondere durch die Organisation von 31 "Weinfesten der Mittelmosel".
Hundemers Nachfolger René Achtermann entwickelte die Stadt Bernkastel-Kues in rund 24 Dienstjahren zu einem der führenden Tourismus-Zentren von Rheinland-Pfalz. In der Nachfolge von Sylvia Westermann (2004 -2008) übernahm Jörg Lautwein im Oktober 2008 die Leitung der Tourist-Information und Geschäftsführung der Wein und Ferienregion Bernkastel.Extra

Das Mosel-Gäste-Zentrum ist Dienstsitz der Tourist-Information Bernkastel-Kues sowie der Wein- und Ferienregion Bernkastel-Kues GmbH. Die Einrichtung befindet sich in der ehemaligen Bernkasteler Volksschule. phi