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Kochen
Kinheimer Hobbykoch fordert Profi heraus

Hobbykoch Jürgen Kaufmann aus Kinheim-Kindel.
Hobbykoch Jürgen Kaufmann aus Kinheim-Kindel. FOTO: Holger Teusch
Kinheim-Kindel. Jürgen Kaufmann aus Kinheim-Kindel nimmt heute am Genussduell Rheinland-Pfalz teil. Seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckte er in einer Männer-Kochgruppe. Von Holger Teusch

(TEU) In dem Topf auf dem Herd in Jürgen Kaufmanns Wohnung im Kinheimer Ortsteil Kindel blubbert eine Soße ruhig vor sich hin. „Ich habe noch eine Soße Bolognese gemacht. Die kocht schon seit drei Stunden“, erklärt er und fängt an zu schwärmen: „Das schmeckt ganz anders, als die aus den Tüten.“ Sagt‘s und reicht einen Löffel zum Probieren.

Frische Zutaten aus der Region, wissen, was man isst, das ist Jürgen Kaufmann seit einigen Jahren sehr wichtig. „Ich werde mir ein Teil der Soße vielleicht auch fürs Mittagessen auf der Arbeit mitnehmen“, überlegt der selbstständige Computerexperte. In seiner Firma in Daun hat er eine kleine Küche. Statt Currywurst aus der nächsten Imbissbude gibt’s bei Kaufmann seit einigen Jahren Selbstgemachtes. „Ich koche das abends vor und nehme das dann mit.“

Seine Kochkünste wendet der 58-Jährige im Alltag an. Am heutigen Montag nimmt er aber erstmals auch an einem Kochwettbewerb teil. Beim Genussduell Rheinland-Pfalz tritt der Kinheimer im rheinhessischen Westhofen  gegen Eva Wagner an. Als Außenseiter, wie Kaufmann glaubt. Denn die Frau aus Kaiserslautern sei eine professionelle Hobbyköchin mit eigenem Blog, Erfahrungen im Fernsehen und dem deutsche Vizetitel der Hobbyköche. „Sie hat mehr Routine in so etwas. Bei mir geht es ums Dabeisein und ich will Spaß haben. Ich kann eigentlich nur gewinnen“, sagt Kaufmann.

Dass er bei dem Wettstreit dabei sein würde, damit hatte Kaufmann nicht gerechnet, als er sich im Sommer mit einem Maronenrezept bewarb. Vor ausgewählten Zuschauern und einer hochkarätig besetzten Jury wird der Kinheimer heute eine Vorspeise, sein selbst kreiertes Hauptgericht und eine Nachspeise, mit der sich Wagner beworben hatte, zubereiten. Die beiden Kandidaten kennen jeweils nur ihr eigenes Rezept, bekommen aber Unterstützung von den Profiköchen Ben Peifer aus Kallstadt oder Bernhard Tintemann, dem Küchenchef des Traben-Trarbacher Moselschlösschens (werden zugelost).

Bei Kaufmann wächst natürlich die Spannung. Nein, sein Rezept habe er in den vergangenen Tagen nicht mehr gekocht, sagt er. Die Generalprobe sei ein Treffen des Männer-Kochclubs „Men cocking: Gourmet Kunnem“ gewesen. Da habe auch die Stoppuhr getickt. Denn in einer Dreiviertelstunde muss der Hauptgang beim Genussduell fertig sein. Durch den seit drei Jahren bestehenden Kochclub beschäftigt sich Kaufmann intensiv mit dem Thema Kochen. Bei einer Wanderung habe man überlegt: „Man könnte ja mal zusammen kochen.“ Seitdem trifft sich das Quintett regelmäßig bei einem der Mitglieder in der Küche. „In der Gruppe geht es mehr um den Spaß“, sagt Kaufmann, blättert durch das Fotobuch, mit dem die Treffen dokumentiert sind, und lacht: „Die Tischdekoration war zu Beginn noch nicht so toll.“

Das hat sich mittlerweile ebenso geändert wie Kaufmann seine Fähigkeiten am Herd perfektioniert hat. Rezeptideen habe er oft im Fitnessstudio. Und wichtig sei „probieren, probieren und probieren - was natürlich auch mal schiefgehen kann.“ Kaufmann erinnert sich an Gulasch, das er einmal zubereiten wollte. „Ich kannte mich damals mit Gewürzen noch nicht so aus“, erzählt er lachend. Löffelweise Chilipaste machten das Fleisch ungenießbar. Heute wird ihm das nicht passieren. Auch wenn er sich etwas als Außenseiter sieht, schielt der Kinheimer doch auf den Hauptpreis, ein Genuss-Wochenende im Wert von 2000 Euro in der Pfalz.