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Eifeler ist Deutschlands bester Travestie-Nachwuchskünstler

 René Schaffrath bei einem Auftritt in Hamburg. Foto: privat
René Schaffrath bei einem Auftritt in Hamburg. Foto: privat
Olzheim/Hamburg. Große Anerkennung für René Schaffrath, der seit Jahren mit seiner Travestie-Show als "Regina Red" in der Eifel das Publikum erfreut: Auf der Hamburger Reeperbahn ist er zum besten Nachwuchskünstler Deutschlands gewählt worden.

Olzheim/Hamburg. "Das ist ein absoluter Ritterschlag", freut sich René Schaffrath. Er hat aber auch Grund dazu: Denn er darf sich offiziell Deutschlands bester Nachwuchs-Travestiekünstler nennen. Der Eifeler Junge - er wohnt in Dahlem an der Oberen Kyll (Kreis Euskirchen) und arbeitet als Frisör im Salon Schmitz in Olzheim bei Prüm - ist zwar in der Region schon länger für seine witzige Travestie-Show und seine Figur "Regina Red" bekannt. Dass er aber nun auch von den profilierten Vertretern der europäischen Szene eine solche Anerkennung erfährt, hätte er nie erwartet.
Es geschah im Hamburger Cabaret-Club "Pulverfass" auf der Reeperbahn - dem größten Travestieclub Europas und, wie Schaffrath es nennt, dem "Petersdom der Travestiekunst": Dort wurde vor einigen Tagen der jährliche Nachwuchs-Wettbewerb ausgerichtet. Aus der ganzen Welt hatten sich 500 Kleinkünstler beworben. Nur zwölf wurden ausgewählt. René Schaffrath ging mit gedämpften Erwartungen hin. Unter die ersten Fünf zu kommen, das war sein Ziel. Und dann wurde er Zweiter und damit bester Deutscher - geschlagen nur von einem 71-jährigen Konkurrenten aus Gran Canaria. Wie hat der 41-jährige verheiratete Eifeler Frisör das geschafft? Mit einem Medley - einer Parodie auf Marlene Dietrich: "Aber die alte, 80-jährige Marlene", erzählt er. Damit überzeugte er auch die Jury. Und mit seiner Stimme, die er auch für Parodien auf Nena oder Tina Turner einsetzt: Denn Schaffrath singt, anders als viele Mitbewerber, immer live. Vom Band kommt dann nur die Musik.
Das Schulterklopfen aus der Szene bedeutet ihm viel: Denn es beantworte die Frage, die er sich immer wieder stelle: "Was bist du - ein Mann, der sich nur Farbe ins Gesicht schmiert? Oder ist man wirklich Travestie-Künstler?" Und es zahlt sich bereits aus: Nach dem Wettbewerb gingen bereits einige Anfragen ein, unter anderem aus Köln, Magedeburg und wieder aus Hamburg.fpl