Kaiserschnitt im Trend

TRIER. Immer mehr Kinder kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Fast jedes dritte Baby im Land wurde mit Hilfe eines chirurgischen Eingriffs geboren. Hebammen betrachten die Entwicklung kritisch.

Die Zahl der Kinder geht zurück. Aber die Kinder, die geboren werden, kommen immer häufiger per Kaiserschnitt zur Welt. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Besonders häufig wird bei Geburten in Rheinland-Pfalz zum Messer gegriffen. Knapp 29 Prozent der Mütter im Land bringen ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Vor zehn Jahren waren es noch 19 Prozent. Pro Jahr gibt es 31 000 neue Rheinland-Pfälzer

Die Tendenz sei steigend, sagt Sigrid Hansen von der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz. Und das bei rückläufigen Geburtenzahlen. Gerade mal 31 000 Kinder kommen pro Jahr im Land auf die Welt. Seit 1995 ging die Zahl um 20 Prozent zurück. Mit dem steigenden Anteil an Kaiserschnitt-Geburten liegt Rheinland-Pfalz zwar im Trend. Doch zusammen mit Hessen, dem Saarland und Hamburg liegt das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 27,6 Prozent. Gründe für die hohe Zahl der Kaiserschnitte sind laut Hansen das steigende Alter der Mütter und - damit zusammenhängend - mehr Risikoschwangerschaften. Auch der Wunsch nach einer möglichst schmerzfreien und termingerechten Geburt spiele eine Rolle. "Doch der Kaiserschnitt bleibt eine große Operation mit Risiken wie Blutungen und Infektionen, die nur durchgeführt werden sollte, wenn dies medizinisch notwendig ist", warnt Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung. Zumal die Kosten für einen Kaiserschnitt fast doppelt so hoch sind wie bei einer normalen Entbindung. Auch Frauenärzte und Hebammen warnen vor der Entwicklung. Weil eine Kaiserschnittgeburt rasend schnell gehe, könne das ein Schock für das Kind sein. Auf eine "normale" Geburt könnten sich Mutter und Kind besser einstellen, sagen die Hebammen.