Pflegenotstand: In der Region Trier fehlen mehr als 700 Fachkräfte

Pflegenotstand: In der Region Trier fehlen mehr als 700 Fachkräfte

In nahezu allen Gebieten des ehemaligen Regierungsbezirkes Trier fehlen Pflegekräfte. Und ausgebildetes Personal zieht es oft ins Nachbarland Luxemburg, wo besser bezahlt wird. Jetzt soll ein Maßnahmen-Bündel den dauerhaften Notstand verhindern.

Als Ministerin Malu Dreyer vor wenigen Wochen eine großangelegte Kampagne zur Anwerbung und Qualifizierung von Pflegekräften im Lande ankündigte, bezog sie sich auf eine Studie, die landesweit einen bedenklichen Mangel in den Bereichen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege auswies. Die regionale Auswertung zeigt nun, dass die Personallücke im Pflegebereich im ehemaligen Regierungsbezirk Trier noch deutlich gravierender ist als im gesamten Bundesland. Zurzeit fehlen 727 Fachkräfte, vor allem bei der Kranken- und Altenpflege. Die größten Löcher klaffen in der Stadt Trier (293) und dem Kreis Bernkastel-Wittlich (254). Flächendeckend mit Personal für die Pflege versorgt ist nur der Vulkaneifelkreis. Thomas Mares von der Trierer Arbeitsagentur sieht eine der wesentlichen Ursachen in der Nähe zu Luxemburg. Auf "mehrere Tausend Kräfte" schätzt er die Abwanderung von ausgebildeten Pflegern oder potenziellem Pflegepersonal ins Nachbarland. Das hat auch mit der Bezahlung in Deutschland zu tun. "Was sollen wir machen", fragt Mares, "wenn die Leute an der Tankstelle in Luxemburg mehr verdienen als bei uns im Pflegedienst?" Dennoch gibt es eine Reihe von Ansätzen, an denen auch die Arbeitsagentur beteiligt ist. In Zusammenarbeit mit der Stadt Trier und den regionalen Krankenhäusern wird derzeit die Gründung eines "Forums für Gesundheitswirtschaft" vorbereitet, das neue Akzente bei der Ausbildung setzen soll. Parallel verhandelt die Universität mit dem Land über die Einrichtung eines Studiengangs Pflege, wie Uni-Präsident Michael Jäckel gegenüber dem TV bestätigte. Das Land Rheinland-Pfalz will mit einer Aktion "Pflege on tour" verstärkt Schüler in diesen Berufsbereich locken, zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen sollen Hürden für Quereinsteiger abbauen, auch potenzielle Berufsrückkehrer sollen gezielt angeworben werden. Das allein reiche aber nicht, sagt Ministerin Dreyer, entscheidend sei auch "eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen".

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