Schweigsames Trio

TRIER. (sey) Wegen einer Einbruchserie rund um Trier und Wittlich muss sich derzeit ein Trio vor dem Amtsgericht verantworten. Die auch als "Fensterbohrer" bekannt gewordenen Männer sitzen seit Juni in Untersuchungshaft.

Es ist die klassische Einbrecher-Methode: Unterhalb des Fenstergriffs wird von außen ein nur wenige Millimeter großes Loch in den Rahmen gebohrt, dann eine Drahtschlinge durchgesteckt und der Fenstergriff gedreht: schon ist ein Zugang zur Wohnung offen. Mit dieser etwas antiquierten Masche sollen drei 26, 37 und 40 Jahre alte Männer rund um Trier und Wittlich monatelang auf Tour gewesen und in dutzende Wohnungen eingestiegen sein. Ihre Beute: alles, was nicht niet- und nagelfest war und sich irgendwie zu Geld machen ließ. Anfang Juni setzte die Polizei dem diebischen Treiben ein Ende. Dem mutmaßlichen Fensterbohrer-Trio wird derzeit vor dem Trierer Amtsgericht der Prozess gemacht. Die Angeklagten hätten sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert, sagen Prozessbeteiligte. Wie umfangreich die Vorwürfe sind, zeigt schon ein Blick auf die 21 Seiten umfassende Anklageschrift. Den vom Balkan stammenden Männern droht bei einer Verurteilung die Abschiebung. Wegen der geräuschlosen Arbeitsweise stuft die Polizei "Fensterbohren" als "nicht ungefährlich" ein. Der Grund: Weil die Bewohner nicht frühzeitig etwa durch eingeschlagene Fenster geweckt werden, kann es zu einer direkten Konfrontation von Tätern und Opfern kommen. Bester Schutz gegen Fensterbohrer: abschließbare Fensterriegel. Eine andere Einbrecherbande muss sich einen Tag vor Heiligabend vor der Ersten Großen Jugendkammer des Landgerichts verantworten. Die fünf jungen Männer im Alter zwischen 18 und 22 Jahren sollen zwischen Dezember 2004 und Juni 2005 überwiegend im Raum Bitburg/Dudeldorf in Geschäfts- und Büroräume eingestiegen sein. Die Beute: Geld, Computer, Kameras, Navigationsgeräte, Rasierklingen, Zigaretten und Bier. Geschätzter Sachschaden: mehr als 100 000 Euro. Vier der fünf allesamt aus Bitburg stammenden und teils vorbestraften Männer sitzen in Untersuchungshaft.

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