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Jugendliche
Jugendliche organisieren in Saarburg Second-Hand-Markt mit Musik

Aus allem Gesammelten die besten Stücke anbieten, das ist das Ziel der Helfer von 2nd Hemd und Hose.
Aus allem Gesammelten die besten Stücke anbieten, das ist das Ziel der Helfer von 2nd Hemd und Hose. FOTO: Herbert Thormeyer
SAARBURG . Junge Leute haben für das kommende Wochenende einen etwas anderen Kleidermarkt im Saarburger Jugendzentrum organisiert. Der Erlös fließt in Bildungsprojekte für Kinder in Bolivien. Von Herbert Thormeyer

Gut erhaltene gebrauchte Kleidung ist doch viel zu schade zum Wegwerfen. Im Gegenteil, sie kann richtig cool sein. Das rüberzubringen ist jedenfalls das Ziel des Second-Hemd-und-Hose-Markts, der am Samstag und Sonntag, 3. und 4. November, im Jugendzentrum im Saarburger Bahnhof stattfinden wird.

Kerstin Knopp vom Jugendzentrum rührt dafür kräftig die Werbetrommel: „Wir nutzen die Bolivien-Kleidersammlung der Katholischen Jugend, suchen daraus die besten Stücke und bieten sie hier an.“ Das können Dirndl sein, Lederjacken, fantasievolle T-Shirts, Retro-Look bis zu Abend- oder sogar Brautkleidern. Auch modische Accessoires wie Taschen, Gürtel, Mützen, Hüte, Schals, Tücher oder Krawatten sind dabei. Da dürfte einiges zu finden sein, das sich richtig gut für die kommende Karnevalszeit eignet.

Der Markt wird ergänzt mit einem bunten Programm. Es spielen zwei Bands: Helium-Nation am Samstag, die ABI-Band des Gymnasiums Saarburg am Sonntag. Am Sonntag sind zudem eine Versteigerung und eine Modenschau geplant, bei der 15 Jugendliche auf dem Laufsteg Kleider zeigen, die viel zu schade für die Altkleidersammlung sind. Es wird Kinderprogramm geboten und ein Upcyclingworkshop organisiert, bei dem aus alten Dingen Neues gemacht wird, beispielsweise aus leeren Milchpackungen Portemonnaies oder aus alten Jeans moderne mit Löchern oder Pailletten. Jugendliche Bolivianer, die gerade ihren Freiwilligendienst in Saarburg und Trier absolvieren, führen bolivianische Tänze auf. Ein Jugendgottesdienst wird gefeiert. Zudem wird an beiden Tagen Essen und Trinken angeboten.

Mit den Markterlösen werden bolivianische Kinder und Jugendliche unterstützt (siehe Hintergrund). Die Idee wird von rund 80 Helfern, Messdienern, Firmlingen, Schülern und Studenten umgesetzt.

Firmlinge müssen vor der Bestätigung ihres Glaubens an einem Projekt teilnehmen. Das war ein Grund für Louis Stoffel (13) aus Fisch, beim Markt mitzumachen. Der andere Grund: „Weil es bestimmt Spaß macht.“ Die gleichaltrige Viktoria Hein aus Saarburg sagt: „Hier wird einem klar, wofür wir das machen, und wo das Geld hingeht.“ Auch die 13-jährige Juliette Kiefer aus Saarburg hat ein gutes Gefühl bei der Aktion: „Wir leben doch so gut hier. Helfen zu können und was Sinnvolles zu tun, ist wichtig.“

In einem Film wurde den jungen Leuten gezeigt, wie hart und gesundheitsschädlich in manchen Ländern Kleidung produziert wird – auch von Kindern. Fritz Wiedemann, der in der Pfarrei St. Laurentius Saarburg die Jugend und die Messdiener betreut, verspricht sich davon einen nachhaltigen Effekt: „Indem wir Kleidung vor der Mülltonne retten, können wir unsere Bolivien-Projekte fördern.“ Außerdem leiste man einen Beitrag gegen die Ressourcenverschwendung.

Die Leiterin der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral in Trier, Cäcilie Fieweger, weist darauf hin, dass es wichtig ist, Kinder in Bolivien in Landschulheimen unterzubringen, denn die Schulwege wären sonst viel zu weit: „Nur so kann dort Schulbildung stattfinden.“

Am Freitag, 2. November, ist der von den Veranstaltern selbst so genannte „Chaos-Tag“. Dann müssen die Kleider sortiert und schön präsentiert werden. Speisen und Getränke werden  vorbereitet und die Technik aufgebaut. Dazu sind weitere Helfer willkommen.