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Blick hinter die Kulissen der Bundeswehr

Blick hinter die Kulissen der Bundeswehr

Ein Tornado-Kampfflugzeug und weiteres militärisches Gerät hat die Bundeswehr beim Tag der Reservisten auf dem Trierer Viehmarkt präsentiert. Außerdem stellte ein Vermisstenforscher seine Arbeit vor.

Trier. Es ist ein Ehemaligentreffen der besonderen Art: Mitten auf dem Viehmarkt steht ein Tornado der Bundeswehr. Einmal im Cockpit sitzen, den Steuerknüppel fest im Griff halten: Das Kampfflugzeug zieht vor allem die männlichen Besucher des rheinland-pfälzischen Tags der Reservisten in seinen Bann.
Dann erzittert mit einem Mal der Boden: Der 1000 PS starke Motor der Panzerhaubitze 2000 dröhnt durch die Gassen, als Hauptfeldwebel Enrico Lück den Motor des Artilleriegeschützes startet. - "Boah!", staunt ein Besucher. Kinder wie Erwachsene stehen mit offenem Mund um das fast 56 Tonnen schwere Gefährt herum. "Damit treffen wir ein Ziel, das 30 Kilometer weit weg ist", erklärt Lück.
Friedensaktivisten protestieren



Nicht alle Trierer jedoch sind froh über das Reservistentreffen. Die Arbeitsgemeinschaft Frieden verteilt Handzettel und bezeichnet den Tag der Reservisten als Werbefeldzug der Bundeswehr. Ein Passant, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, meint: "Krieg ist blöd - und solche Veranstaltungen brauchen wir hier erst recht nicht."
Vermisstenforscher Uwe Benkel nähert sich dem Thema Krieg von einer Seite, der selbst Kriegsgegner etwas abgewinnen können. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, verschollene Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen und zu bergen. Viele Piloten seien nie heimgekehrt und später für tot erklärt worden. "Für die Familien ist das wie ein Buch, bei dem die letzte Seite fehlt", ist sich Benkel sicher. Seit 1989 hat der Kaiserlauterer mehr als 120 Flugzeuge geborgen und 40 vermisste Insassen zurückgeführt. Dem voraus gehen immer Hinweise der Bevölkerung, wo Flugzeuge abgestürzt sein könnten. Hinweise wünscht sich Benkel auch für den Trierer Raum, per E-Mail an mu.benkel@t-online.de sek