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Der Ruin für Zewens Landwirtschaft

Der Ruin für Zewens Landwirtschaft

Neues Bauland in Zewen? Ja, aber nicht in der Größenordnung, wie es der Vorentwurf des Flächennutzungsplans (FNP) 2025 vorsieht. Der Ortsbeirat Zewen fordert die Erhaltung einer landwirtschaftlich nutzbaren Fläche im Stadtteil. Außerdem sollen neue Baugebiete verkehrlich erschlossen werden.

Trier-Zewen. Zewen braucht Bauland. Der Ortsbeirat spricht sich in seiner Sitzung im Vereinspavillon deutlich dafür aus, im FNP 2025 neue Gebiete auszuweisen. Aber mit Einschränkungen. So favorisieren die Mitglieder den Bereich in Verlängerung der Gutenbergstraße, der in Richtung Euren erweitert werden solle. Im Zuge des Ausbaus solle eine Verbindung zur Gottbillstraße gebaut werden, um den Ortskern zu entlasten. Den Vorschlag der Verwaltung, ein Wohn gebiet zwischen Zewener Straße und Bahntrasse auszuweiten, lehnt der Rat aus Lärmschutzgründen ab.
Als zu groß hingegen sieht der Rat die geplanten Flächen links und rechts der Straße Im Biest mit zusammen 536 Wohneinheiten. "Sie müssen verkleinert werden, wir schlagen als Grenze den Langfuhrer Weg vor", sagt Ortsvorsteher Helmut Mertesdorf. Andernfalls würde dies für Landwirte wie Hans-Josef Greif den Ruin bedeuten. Er bewirtschafte zurzeit 40 Hektar Land, 20 Hektar würden bei der geplanten Erschließung verloren gehen, sagt Greif.
Das geplante Gewerbegebiet entlang der Monaiser Straße solle mit höchstens 100 Metern schmaler ausfallen, so die Meinung der Ratsmitglieder. Der Grünstreifen solle hingegen breiter und landwirtschaftlich genutzt werden, etwa mit Streuobstwiesen. Die Stadt sehe dort Kleingärten, Spielbereiche und einen Park vor, teilt Heike Defourny vom Stadtplanungsamt mit. Zudem kritisiert der Ortsbeirat, dass der Stadtteilrahmenplan aus dem Jahr 2006, in dem viele dieser Punkte aufgeführt sind, keine Berücksichtigung im Vorentwurf des FNP findet.
Auch der geplanten Freizeitfläche Richtung Moselufer erteilt der Rat eine Absage: Dort solle die Landwirtschaft Vorrang erhalten. Der Freizeitgarten könnte im Park von Schloss Monaise angelegt werden, meint der Ortsvorsteher. Befürwortet wird der Vorschlag der Verwaltung, einen Lebensmittelmarkt für Zewen vorzusehen, und zwar an der Stelle des derzeitigen Hornbach-Baumarkts. "Er kann dort nicht erweitern", bemerkt Mertesdorf. Der FNP sieht vor, den Baumarkt in den Bereich Zewener-/Monaise Straße zu verlegen.
Ein weiterer Kritikpunkt: "Die Straße Im Biest kann den Verkehr der Neubaugebiete nicht fassen", bemängelt Mertesdorf. Zudem stehe der FNP dort einer geplanten Ortsumfahrung entgegen. Die Ortsentwicklung werde durch den geplanten Moselaufstieg behindert, etwa die gewünschte Entwicklung auf dem Heidenberg oder eine zukunftsweisende Flächennutzungsplanung. Der Ortsbeirat stimmt einer frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zu, lehnt jedoch den Vorentwurf in der derzeitigen Form ab.
Extra

Stärkung der Kompetenzen von Ortsbeiräten: Der Zewener Rat beschließt, dass die Räte innerhalb seines Bezirks Kinderspielplätze und Ruhezonen planen sowie die Prioritäten der Arbeiten zum Aus- und Umbau und zur Unterhaltung von Straßen, Wegen, Plätzen und Gewässern und Containerstandorte festlegen dürfen sollen. Auch über die Verwendung von Spenden sollen die Räte selbst bestimmen. Sie sollen bei Satzungsänderungen des bisher geltenden Ortsrechts, bei Park- und Verkehrsverhältnissen im Ortsbezirk, Grundstücksangelegenheiten sowie der Aufstellung von Bauleitplänen für den Stadtteil im Vorfeld der jeweiligen Entscheidung gehört werden. Beschlüsse betreffend des Eingemeindungsvertrags sollen künftig der Zustimmung des Ortsbeirats bedürfen. Bürgersteig in der Gottbillstraße: Der Ortsbeirat beschließt die Verlängerung des Bürgersteiges in der Gottbillstraße von Im Siebenborn zum Fußweg entlang der Eisenbahn. Ortsbeiratsbudget: Mit den Restmitteln des Budgets von 2012 (109,26 Euro) werden die Martinsbrezeln für die Kinder im Stadtteil finanziert. Ortsvorsteher Helmut Mertesdorf versichert, dass diese Mittel zum Jahresende nicht verfallen, da sie in eine laufende Maßnahme eingebunden seien. Der letzte Bauabschnitt des St.-Martinus-Platzes soll 2014 umgesetzt werden und circa 30 000 Euro kosten. Weihnachtsbaum: Im Ortsteil soll ein Weihnachtsbaum aufgestellt werden; die Arbeiten übernimmt der Löschzug Zewen. Die Installation der Beleuchtung will die Firma Wöffler übernehmen. mehi