Ein Bach kommt ans Licht

Statt Betonmauern an der Böschung und mit Stolperwurzeln durchsetzter Uferwege sollen in den kommenden beiden Jahren in Olewig naturnahe und optisch aufgewertete Bachlandschaften entstehen. Ein Umbau des Tiergartenbachs rund um das ehemalige Firmengelände "Robling" ist für Frühjahr 2017 terminiert. Und eine Planung für weitere Abschnitte des Olewiger Bachs läuft gerade an.

Trier-Olewig. Wer sich schon immer gefragt hat, wozu eigentlich der "Wassercent" bezahlt wird, wird in Olewig bald anschauliche Beispiele begutachten können. Das in Rheinland-Pfalz seit 2013 erhobene Entgelt für die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser ist zweckgebunden für nachhaltige Gewässerbewirtschaftung. Dazu zählt die Renaturierung von Bächen und Teichen über die "Aktion Blau Plus". Nachdem bereits Teile des Olewiger Bachlaufs vor einigen Jahren umgestaltet wurden, sind nun weitere Schritte über die Aktion geplant.
In Zusammenarbeit mit der Stadt Trier wird ein nächster Abschnitt am Tiergartenbach in Angriff genommen. Eine entsprechende Planung ist jüngst im Ortsbeirat vorgestellt worden. Deutlich verändern soll sich vor allem das Gelände des ehemaligen Getränkehandels "Robling". Mit einigen privaten Grundstückseignern entlang des Bachlaufs wurden ebenfalls Vereinbarungen getroffen.
Statt wie bislang weitgehend unter einer Betondecke begraben wird der Tiergartenbach in einer kleinen Schleife offen über das "Robling-Gelände" geführt. "Ziel sind sehr flache Böschungen und ein flaches Bachbett", erläuterte Ingenieur Elmar Gatzen vom zuständigen Planungsbüro.
Eine neue Brücke wird die Straße Am Kordelbach über das Wasser führen. Die derzeitige Brücke sei in schlechtem Zustand, und die bestehende, 50 Zentimeter hohe Schwelle am Ausfluss des Wasserohres berge ein Verstopfungsrisiko.
Zusätzlich ist ein Steg für Radfahrer und Fußgänger kurz vor der Bachmündung geplant. Diese sollen außerdem von einem neuen asphaltierten Weg entlang des Laufs profitieren. Das Kopfsteinpflaster des bisherigen Wegs ist sichtbar in die Jahre gekommen und durch zahlreiche Baumwurzeln aufgerissen.
Stellenweise hat man bei der Neugestaltung auch die Bäume selbst im Visier. "Gewässerfremde Arten wie die Tannen und andere Nadelgewächse sollen weichen", sagte Gatzen. Stattdessen setze man auf die Arten, die auch ohne Zutun des Menschen neben dem Bach siedeln würden: Für den großen Nussbaum an der Ecke bestehe demnach keine Gefahr.
Sitzsteine, Bänke und Fahrradständer sollen in der neu gestalteten Parklandschaft auf dem "Robling-Gelände" die Aufenthaltsqualität steigern. Die Kosten für die Renaturierung übernimmt weitgehend die "Aktion Blau Plus", nur einen kleinen Teil muss die Stadt Trier selbst stemmen. Laufe das weitere Genehmigungs- und Planungsverfahren wie vorgesehen, könne im Frühjahr 2017 mit den Bauarbeiten begonnen werden, teilte Alexander Hammel vom Tiefbauamt mit.
Für den Olewiger Bach steht ebenfalls eine Schönheitskur an. Den nächsten Abschnitt vom bereits renaturierten Bereich bis zur ersten Kreuzung Kernscheider-Höhenweg/St.-Anna-Straße haben die Planer bereits im Blick. Neben dem Bachlauf sollen auch hier das Umfeld und der Radweg neu gestaltet werden. Details seien noch keine festgezurrt, Hammel stellte dennoch einen möglichen Baubeginn 2018 in Aussicht.
Für den Olewiger Ortsbeirat eröffnet diese Ankündigung neue Spielräume. Hatte man doch geplant, im kommenden Doppelhaushalt 2017/2018 größere Summen aus dem eigenen Stadtteilbudget für die Sanierung eben jenes Radwegs am Olewiger Bach zu reservieren. Profitieren wird von der Entwicklung nun unter anderem der Jugendraum, dem in beiden Jahren jeweils 2000 Euro für Sanierungsarbeiten, neue Möbel und eine Musikanlage zur Verfügung gestellt werden.Extra

Für den gerade entstehenden Doppelhaushalt 2017/2018 hat der Ortsbeirat Olewig Pläne des Stadtteils beschlossen. 2017 sind vorgesehen: 2000 Euro für den Jugendraum, 5000 Euro für Olewig-Schilder oder Stelen an den Ortseingängen, 1000 Euro für ein E-Piano in der Grundschule, 2500 Euro für Sitzgarnituren an die Feuerwehr sowie 2000 Euro für Jugendarbeit des Fußballvereins. 2018 sind unter anderem geplant: 6000 Euro für Spielgeräte am neugebauten Kindergarten, 2000 Euro für den Jugendraum sowie 1000 Euro für Lehr- und Lernmittel an der Grundschule. Aus dem Ortsteilbudget 2016 war ebenfalls noch ein Restbetrag vorhanden. Auch dafür gibt es Verwendung: Mit diesen rund 960 Euro soll der Treveris-Chor beim Notenkauf unterstützt werden. red