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Feuer in Trier-Ruwer: Polizei vermutet Brandstiftung

Feuer in Trier-Ruwer: Polizei vermutet Brandstiftung

Der dritte Großbrand innerhalb von sieben Tagen hat aus dem Stadtteil Ruwer am Sonntagnachmittag eine Sperrzone gemacht. Eine Lagerhalle und ein Silo standen in Flammen, beide Gebäude wurden völlig zerstört. Die Polizei spricht auch in diesem Fall von Brandstiftung.

Der Stadtteil sieht am späten Sonntagnachmittag aus wie die Kulisse eines Katastrophenfilms. Die Polizei hat den gesamten Ort für den Autoverkehr gesperrt, die Fahrer werden schon vor dem Ortsschild gestoppt und müssen wenden. In Ruwer selbst steht eine Armada von Einsatzfahrzeugen vieler Feuerwehren und Rettungsdienste. Schläuche liegen kreuz und quer über der Fahrbahn. Mimik, Gestik und Körpersprache der Feuerwehrmänner vor Ort sind eindeutig.

Keine Routine, sondern höchste Gefahr

Das ist ein weiteres Mal innerhalb weniger Tage kein normaler Einsatz, keine Routine, sondern höchste Gefahr. Ein Brandbekämpfer wird wegen einer Rauchgasvergiftung ins Brüderkrankenhaus gebracht.Die Berufsfeuerwehr Trier ist vor Ort, dazu viele Wehren aus der Stadt Trier und dem Landkreis. "Wir haben alles alarmiert, was erreichbar war", sagt ein Feuerwehrmann. Einsatzleiter Olaf Backes und Ralf Frühauf vom Presseamt der Stadt Trier geben weiter, was sie bisher wissen.

150 Mann seien im Einsatz, 70 davon aus dem Landkreis. "Der Brand entstand in einem Gebäude, das zu zwei Dritteln mit Holzpellets gefüllt war", sagt Frühauf. Dieses Gebäude, ein Anbau des im Fischweg stehenden Hauptsilos, hat die Feuerwehr kontrolliert zum Einsturz gebracht, es war nicht mehr zu retten.Die Flammen griffen nicht auf das Hauptsilo über, das hätte aus Ruwer endgültig ein Katastrophengebiet gemacht, sondern auf ein direkt am Fischweg stehendes, als Lagerhaus genutztes Gebäude.

Anwohner haben furchtbare Angst

Dessen Zusammenbruch versuchen die Feuerwehren mit allen Mitteln zu verhindern. Der Fischweg ist eine schmale Straße. Sollte das mehrstöckige Gebäude zusammenstürzen, wären die Häuser auf der anderen Straßenseite in großer Gefahr. Die Feuerwehr hat 25 Anwohner evakuiert, sie werden von den Maltesern versorgt und psychologisch betreut. Einige der Anwohner haben furchtbare Angst.

"Wir können zur Ursache noch nichts sagen", erklärt Frühauf. Die Brandermittler der Kripo werden heute kommen. Doch die Polizeiinspektion Schweich bestätigt schon gegen 19.30 Uhr am Sonntag, was viele Anwohner von Ruwer längst befürchten: Zum dritten Mal innerhalb von acht Tagen hat wohl ein Brandstifter zugeschlagen.

Boden nicht kontaminiert

Auch wenn die Formulierung noch vorsichtig klingt, ist die Botschaft doch eindeutig: "Nach derzeitigem Stand könnte es sich um Brandstiftung handeln." Der Schadstoffmesstrupp der Feuerwehr hat Luft und Boden auf eine Kontamination durch Löschwasser und Rauch untersucht, aber Entwarnung gegeben. Die Feuerwehr wird das Hauptsilo, das ein Stück von der Straße entfernt ist, genau beobachten.

"Momentan sieht es nicht so aus, als sei es ebenfalls in Brand geraten", sagt Stadt-Sprecher Frühauf am Sonntagabend. Das direkt an der Straße stehende Lagerhaus soll ebenfalls kontrolliert zum Einsturz gebracht werden, da der Giebel schon deutliche Risse zeigt. Wann das geschieht, ist noch unklar. Die Sperrung für den Autoverkehr wird auch am Montag weiter bestehen. Die Autobahn ist davon nicht betroffen.

Extra


Brand bei Mohr Holzbau in Trier gelöscht:
Nach vier Tagen war am Samstagmittag das Feuer bei Mohr Holzbau (der TV berichtete mehrfach) im Trier-Eurener Industriegebiet endgültig gelöscht. Seit Ausbruch des Brands am Mittwoch waren Tag und Nacht mindestens 20 Feuerwehrleute vor Ort. "Wir haben den Silo-Turm komplett geleert", erklärt Einsatzleiter Harry Feider. Das war notwendig, weil sich in den groben Holzspänen, die dort gelagert wurden, immer wieder Glutnester hätten bilden können." Als ursprüngliche Ursache für das Feuer hatte ein von der Polizei bestellter Gutachter einen technischen Defekt ermittelt.Die Firma Mohr Holzbau und die Verwaltung der jetzt in Trier-Ruwer betroffenen Firma WEAG & Mohr haben die selbe Firmenanschrift in die Niederkircher Straße in Euren. Nach eigenen Angaben auf der Internetseite der WEAG & Mohr arbeitet der Holzpellet-Hersteller direkt mit Mohr Holzbau zusammen. Bis 2009 gehörten die Firmen nach TV-Informationen gesellschaftlich zusammen.

Hintergrund

Das Feuer am Sonntag ist das dritte im Bereich Ruwer und Eitelsbach innerhalb von acht Tagen. Am Sonntag zuvor hat, so vermutet die Polizei, ein Brandstifter eine leerstehende Doppelhaushälfte in Ruwer angezündet. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag brannte dann in Ruwer-Eitelsbach ein Eckhaus. Auch dabei ging die Polizei von Brandstiftung aus (der TV berichtete). Die Polizei in Schweich hatte dem Volksfreund auf Anfrage bereits mitgeteilt, derzeit verstärkt in den Orten im unteren Ruwertal Streife zu fahren. Zeugenhinweise an die Kripo in Trier: 0651/9779-2290.