1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Fundgrube nicht nur für Trierer

Fundgrube nicht nur für Trierer

Auf 16 Aufsätze und Berichte, neun Buchbesprechungen und zwei Gratulationen dürfen sich Freunde des Kurtrierischen Jahrbuchs freuen. Der 52. Band der Reihe, die von der Stadtbibliothek Trier und dem Verein Kurtrierisches Jahrbuch herausgegeben wird, enthält wieder allerlei Spannendes über die Trierer Kultur und Geschichte.

Trier. Gunther Franz kennt die Stadtbibliothek und das Archiv wie kein anderer: Jahrelang leitete er die Bibliothek in der Weberbach. Zudem ist er Mitglied der Schriftleitung des Kurtrierischen Jahrbuchs. Kein Wunder also, dass sich sein Beitrag zum 52. Band um die Trierer Jesuitenbibliothek, die Wurzeln der Stadtbibliothek, dreht.
Michael Embach, heutiger Leiter der Stadtbibliothek und Schriftleiter des Kurtrierischen Jahrbuchs, hatte Franz\' Beitrag sowie weitere 15 Publikationen den rund 40 Gästen im Lesesaal kurz vorgestellt und schmackhaft gemacht. "Der Heilige Nagel in der Liturgie des Trierer Domes vom Spätmittelalter bis zum Ende des Erzbistums" wird ebenso behandelt wie das jesuitische Wörterbuch Alt-Tupi oder welche Rolle die Porta Nigra im Spätmittelalter für die Stadtbefestigung gespielt hatte.
Und wie in den vergangenen Jahren hatte Manfred Wilhelmi wieder seine beliebte Fleißarbeit abgeliefert: die stadttrierische Chronik 2011. Auf 31 Seiten hat er bemerkenswerte Ereignisse in zeitlicher Abfolge festgehalten und ergänzt, was darüber in der Trierer Presse zu lesen war.
Im von vielen Lesern sehnlichst erwarteten Jahrbuch wird immer wieder der Bogen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart gespannt. Auch der emeritierte Uni-Professor Franz Irsigler zeigte in seinem Vortrag über die Weinbergslagen in Mehring um 870 und 1222 auf, wie aus der Vergangenheit Wertvolles geschöpft werde könne. Irsigler sagte, dass es sicher die Kaufbereitschaft fördern würde, wenn auf dem Etikett des Weines aus dem heutigen Plattenberg unter anderem stehen würde, dass der Riesling dort seit dem 9. Jahrhundert angebaut werde.
Die Arbeit für das Jahrbuch trägt oftmals Früchte: So will Gunther Franz etwa noch intensiver nach den Anfängen der Trie rer Stadtbibliothek forschen.
Der Umschlagentwurf zeigt in diesem Jahr den etwas verkleinerten, im Original kupfervergoldeten Deckel des Kartulars (ein Buch mit Texten/Abschriften von Urkunden) der Reichsabtei Prüm (Eifel), entstanden um das Jahr 1106. Der 52. Jahrbuch-Band hat 470 Seiten und kann in der Stadtbibliothek in der Weberbach erworben werden.
Das Kurtrierische Jahrbuch, gemeinsam herausgegeben von der Stadtbibliothek, dem Verein Kurtrierisches Jahrbuch, dem Bistumsarchiv, dem Rheinischen Landesmuseum und der Gesellschaft für nützliche Forschungen, deckt mit seiner Geschichtsforschung das Gebiet des ganzen Erzbistums ab.