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Lang ersehnter Hoffnungsträger

Lang ersehnter Hoffnungsträger

Ein Jahr vor dem Urnengang ist der Wahlkampf um den OB-Sessel eröffnet. Dabei steht bereits eines fest: Im Gegensatz zu 1998, als die SPD die in Trier unbekannte Barbara Amelung ins Rennen schickte und damit praktisch von Beginn an chancenlos war, wird es diesmal spannend werden.

Ein Jahr vor dem Urnengang ist der Wahlkampf um den OB-Sessel eröffnet. Dabei steht bereits eines fest: Im Gegensatz zu 1998, als die SPD die in Trier unbekannte Barbara Amelung ins Rennen schickte und damit praktisch von Beginn an chancenlos war, wird es diesmal spannend werden. Klaus Jensen tritt zwar offiziell nicht für die SPD an, hat aber anders als Amelung die Partei geschlossen hinter sich. Er ist für sie jener Hoffnungsträger, nach dem sie sich jahrelang gesehnt hat.Betrachtet man die politischen Verhältnisse in Trier, hat Jensen gegenüber seinem CDU-Gegenspieler Ulrich Holkenbrink einen Startvorteil: Jensen kann auch auf die Grünen zählen, die 1998 noch Reiner Marz als eigenen Kandidaten nominiert hatten und diesmal den Sozialdemokraten unterstützen. Da die UBM ein offizielles Votum für einen der beiden Bewerber abgelehnt hat und auch die FDP neutral bleiben dürfte, sieht sich Holkenbrink zunächst einer rot-grünen Phalanx gegenüber, die gerade bei der Bundestagswahl mehr als 48 Prozent der Stimmen geholt hat. Indes wissen gerade in Trier die Wähler deutlich zwischen der Bundes- und der lokalen Ebene zu unterscheiden. Eine strukturelle Mehrheit hat rot-grün hier schon lange, gleichwohl stellt seit 60 Jahren die CDU den Oberbürgermeister. Klaus Jensen weiß das und hat mit seiner Antrittsrede beim SPD-Parteitag seine Strategie angedeutet: Er will offenbar den Amtsinhaber aufs Korn nehmen. Das ist insofern clever, als Helmut Schröer in den vergangenen Jahren vielfach Anlass zur Kritik geboten hat - man denke nur an die rechtswidrige Zahlung an den städtischen Ex-Kämmerer - und damit viele Menschen auch in der CDU verärgert hat. f.giarra@volksfreund.de