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"Wir wollten eine Hexenjagd vermeiden"

"Wir wollten eine Hexenjagd vermeiden"

Ein Mann hat sich auf dem Campingplatz in Langsur-Metzdorf Kindern in auffälliger Weise genähert. Das wurde den Eltern und dem Betreiber des Platzes zu viel. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, und der Verdächtige erhielt umgehend Platzverbot.

Langsur-Metzdorf. (zad) Ein Mann Mitte 30 hört auf dem Campingplatz in Langsur-Metzdorf Kinderlieder und lädt Kinder ein, mit ihm in seinem Wohnwagen zu spielen. Das kam einer Mutter, die mit ihrer Familie auf dem Campingplatz Urlaub machte, verdächtig vor. Die Zeugin informierte daraufhin die Polizei, die den Verdächtigen sofort überprüfte. Bei der Durchsuchung seines Wohnwagens fanden die Polizeibeamten "Dateien mit verdächtigem Inhalt", die anschließend sichergestellt wurden, heißt es in einer Erklärung der Polizei. Hinweise auf sexuellen Missbrauch ergaben sich dabei jedoch nicht, teilte die Polizei weiter mit.

Campingbetreiber zieht die Reißleine



"Bis jetzt gibt es lediglich Verdachtsmomente, die aber zuerst genau zu überprüfen sind. Solange gilt die Unschuldsvermutung", warnt Polizeisprecherin Monika Peters vor Vorverurteilungen des Verdächtigen.

Der Vorfall am Donnerstag brachte nach TV-Informationen das Fass zum Überlaufen, denn der Verdächtige war bereits einige Male zuvor damit aufgefallen, Kinder auf dem Campingplatz angesprochen zu haben.

"Nachdem die Mutter den jüngsten Fall vorgebracht hatte, meldeten sich dann auch noch drei andere Eltern, deren Kinder von dem Mann angesprochen worden sind", erzählt Michael Seebach, Betreiber des Campingplatzes. Diese Vorfällen stammen allerdings noch aus dem vergangenen Jahr.

"Das Ganze hat sich aufgeschaukelt", sagt Seebach. Daraufhin habe man nun die Reißleine gezogen, den Mann zur Rede gestellt und aufgrund seines auffälligen Verhaltens gegenüber Kindern aufgefordert, den Campingplatz zu verlassen. "Wir haben ihm sofort den Stellplatz gekündigt. Das ist das Beste für die Familien hier, für unseren Campingplatz und auch für den jungen Mann. Wir wollten von vorneherein eine Hexenjagd vermeiden", meint Seebach. "Das ist für uns keine schöne Sache", meint Jolanda Morsink, Mitbetreiberin des Campingplatzes.

"Viel hat er auf die Anschuldigungen nicht gesagt. Er hat geschluckt und war sehr erschüttert", erzählt Jolanda Morsink, die mit Seebach den Platz erst seit Januar diesen Jahres betreibt. Von derartigen Vorfällen war dem vorherigen Betreiber nichts zu Ohren gekommen, erklären die beiden dem TV. Man habe dem Mann zwei Tage Zeit gegeben, seine Sachen zu packen und den Campingplatz zu verlassen. "Momentan ist er nicht hier", sagt Michael Seebach. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Sachdienliche Hinweise zu den Vorfällen erbittet die Polizei unter Telefon 0651/2019-223 oder 0651/9779-2290.