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Kirche
Mehr Vielfalt rund um den Trierer Dom

Hits aus den 1950er und 1960er Jahren spielen Die Wonderfrolleins auf der Kulturbühne.
Hits aus den 1950er und 1960er Jahren spielen Die Wonderfrolleins auf der Kulturbühne. FOTO: Bistum trier / Bistum Trier
Trier. Mit dem Motto „Herausgerufen – Du hast mehr verdient!“ starten die Heilig-Rock-Tage des Bistums am 13. April. Eine ungewöhnliche musikalische Kooperation lässt aufhorchen. Pauline Leis

Selten sitzen Liedermacher Andreas Sittmann und Domkapellmeister Professor Thomas Kiefer Seite an Seite, um gemeinsam ein Musikprogramm vorzustellen. An diesem Morgen aber schwärmen sie von dem Programm der Heilig-Rock-Tage.

„Kein Abend wird den anderen Abenden gleichen“, verspricht Kiefer. Und Sittmann versichert: „Jedes Genre wird vertreten.“ Die zehntägige Großveranstaltung vom 13. bis 22. April rund um den Trierer Dom bietet eine breite Palette an kulturellen und geistlichen Angeboten. Das Motto „Herausgerufen – Du hast mehr verdient!“ bedeutet für  Thomas Kiefer mehr Vielfalt und mehr Musik als bisher.

Das Repertoire umfasst die Genres Schlager, Pop, Rock, Jazz, Klassik und Weltmusik. Rund 20 Künstler, Bands oder Chöre aus der Region, aus Dresden, Leipzig, Köln und Kanada werden das Musikprogramm auf der Kulturbühne und während des Abendlobs gestalten.

Das 45-minütige Abendlob, das sich dem Programm auf der Kulturbühne anschließt, ist geistlich geprägt und verbindet die Elemente  Gottesdienst und Konzert. Chor- und Kirchenmusik, Blasinstrumente und Duos begleiten die Sprecher aus den Bereichen der Gesellschaft, Politik und Kirche.

Die Kulturbühne Andreas Sittmann, der für die Organisation der Kulturbühne verantwortlich ist, sagt: „Für die Eröffnung des Kulturprogramms am Freitag, 13. April, wollte ich eine Band, die die Menschen musikalisch und visuell anspricht. Es soll ein schöner Auftakt werden.“ Dafür sorgen die drei Profi-Musiker der Band The Wonderfrolleins ab 19 Uhr im Kulturzelt. Sie sind eine Band, die mit Musik der 50er und 60er Jahre in die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders zurückkehren und die Umbruchs- und Aufbaustimmung thematisieren.

Außerdem soll mit dem Motto der Heilig-Rock-Tage  Bezug zum  Karl-Marx-Jubiläum hergestellt werden. Dazu singt Andreas Sittmann selbst am Mittwoch, 18. April, ab 19 Uhr, zusammen mit Lino Battiston und Manfred Pohlmann Lieder der Arbeit und der Freiheit sowie Auswandererlieder. Sie greifen die Themen von Karl Marx auf, wie Not, Arbeit und Gleichstellung.

Die Chormeile Ein Höhepunkt beginnt am Samstag, 21. April, um 11 Uhr. An diesem Tag verwandelt sich die Trierer Innenstadt in eine Chormeile und einen Treffpunkt der Kulturen. Rund 1000 Sänger und Sängerinnen aus 35 verschiedenen Chören präsentieren Musik aus verschiedenen Genres. Weiter geht es ab 14 Uhr mit der afrikanischen Trommelgruppe „Café International“ im Kulturzelt. Musik aus verschiedenen Ländern, sei es aus Afrika oder der arabischen Welt, sorgen für Abwechslung. Es stehen Gitarren und Trommeln bereit, und jeder kann Teil des Musikprogramms werden. Es ist ein Tag, den die Besucher spontan mitgestalten können.

Andreas Sittmann geht davon aus, dass am Sonntag, 22. April, das Kulturzelt komplett gefüllt sein wird. Ab 14 Uhr steht das „Offene Singen“ auf dem Programm, der Klassiker überhaupt. „Es ist verbindend, und man freut sich, dabei zu sein. Einfach dazugehören und mitsingen“, sagt Sittmann begeistert.

Das Abendlob Am Samstag, 14. April, ist ab 20 Uhr das Taizé-Gebet im Trierer Dom, das seit der Heilig- Rock-Wallfahrt 1996 Teil des Programms ist.

Eine Besonderheit sind die Trierer Dombläser, das einzige professionelle Blechbläserquintett der Region. Mit der Kombination von Blasinstrumenten und Orgelklängen bieten sie am Montag, 16. April, ab 21 Uhr, Werke der Renaissance und der Moderne.

Thomas Kiefer beschreibt das Duo Lumière folgendermaßen: „Die zwei beweisen, dass es in der Musikgeschichte auch immer wieder Momente gibt, die zeigen, dass Musik mehr sein kann als nur Töne, sondern auch Bilder und Farben.“ Mit Harfe und Flöte bietet das junge Duo Werke des französischen Impressionismus von Debussy, Fauré und Saint Saens.

Freitag, 20. April, steht im Zeichen eines besonderen Abendlobs um 21 Uhr. „Es wird ein Abend der Provokation“, sagt Kiefer. Musik von Johann Sebastian Bach, die von den Trierer Domsingknaben präsentiert wird, und Evangelientexte nehmen Bezug auf Karl Marx. In bestimmten Bibeltexten wird die Frage, was gerechter Lohn sei, aufgeworfen.

Die aus heutiger Sicht durchaus kontroversen Jesus-Worte werden erklärend aufgegriffen. Außerdem spricht die neue Generalsekretärin der CDU und Noch-Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer.

Das ausführliche Programm finden Sie unter www.heilig-rock-tage.de

Mit Flöte und Harfe spielt das Duo Lumière Werke französischer Impressionisten.
Mit Flöte und Harfe spielt das Duo Lumière Werke französischer Impressionisten. FOTO: Bistum Trier
Die Trierer Domsingknaben unter Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer singen Werke von Johann Sebastian Bach.
Die Trierer Domsingknaben unter Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer singen Werke von Johann Sebastian Bach. FOTO: Michael Vogl / Bistum Trier
Bunt, perkussiv und vielfältig: Beim Café International tritt eine Trommelgruppe aus Afrika auf.
Bunt, perkussiv und vielfältig: Beim Café International tritt eine Trommelgruppe aus Afrika auf. FOTO: Bistum Trier