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35 Millionen Euro stehen dem Landesbetrieb Mobilität Gerolstein in diesem Jahr zur Verfügung

Infrastruktur : 35 Millionen Euro für bessere Straßen

Einer der Schwerpunkte des Landesbetriebs Mobilität im Kreis ist der Ausbau der B 51 von der Anschlussstelle Stadtkyll bis zur Landesgrenze Nordrhein-Westfalen. Ein Überblick über das, was sonst noch ansteht.

An Arbeit mangelt es dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein nicht: 240 Projekte sind derzeit konkret in Planung, etwa 50 davon werden in diesem Jahr voraussichtlich umgesetzt: Dafür stehen rund 35 Millionen Euro zur Verfügung, eine Summe, über die der LBM nun schon seit einiger Zeit verfügen kann. „Wir freuen uns über diese Kontinuität, was die Finanzausstattung durch Bund und Land angeht“, sagt Harald Enders. Er leitet die für die Kreise Vulkaneifel und Bitburg-Prüm zuständige Straßenbaubehörde seit fast 18 Jahren.

Seitdem hat sich seinen Angaben zufolge „unser Bauvolumen verdreifacht“, entsprechend mehr Mitarbeiter hat die LBM-Dienststelle in Gerolstein mittlerweile: Waren es im Jahr 2000 noch 70, sind es heute 102. „Wir konnten uns verstärken und haben im vergangenen Jahr zehn Ingenieure eingestellt“, freut sich Enders. Denn die Straßenbaubehörde hat starke Konkurrenz bei der Suche nach geeigneten Leuten, weil auch die Bauindustrie und Ingenieurbüros einstellen, das Gehalt aber flexibler  gestalten können als der LBM.

Aber wie die Leute alle unterbringen? Schon jetzt sind die Mitarbeiter auf mehrere Standorte verteilt, neben dem Hauptsitz Gerolstein beispielsweise in Bitburg und Dockweiler. Deshalb sucht der LBM ein neues Zuhause, sein derzeitiges Domizil in der Brunnenstraße ist zu klein und sanierungsbedürftig. Die Behörde möchte gern umziehen – bevorzugt innerhalb der Innenstadt von Gerolstein. Nachgedacht wird über eine Umsiedlung aufs benachbarte Areal des Gerolsteiner Brunnens. Wie ist der aktuelle Stand? „Konkret ist noch nichts, wir warten auf eine Nachricht aus Mainz“, sagt Enders.

Die Bilanz des vergangenen Jahres: 2017 wurden Projekte in den beiden Eifelkreisen mit einem Gesamtvolumen von gut 32 Millionen Euro umgesetzt, genau so viel wie im Jahr zuvor.

Zwar stehen fürs laufende Jahr 35 Millionen Euro zur Verfügung, aber ob die wirklich komplett „verbaut“ werden können, ist noch nicht klar. „Es geht uns nicht darum, das Geld um jeden Preis zu investieren, sondern wir müssen schauen, wie viele Vollsperrungen und die damit verbundenen Umleitungen noch zumutbar sind“, sagt der Behördenleiter.

Denn die haben zugenommen: Aus Gründen der Arbeitssicherheit und durch Vorgaben der Straßenbauordnung ist der LBM gesetzlich dazu verpflichtet, Straßen unter einer Breite von 7,10 Metern nur unter Vollsperrung ausbauen zu lassen. Enders: „Und davon haben wir eine ganze Menge in unserem Gebiet.“

Alle fünf Jahre wird der Zustand des rund 2400 Kilometer langen Straßennetzes, für das der LBM Gerolstein zuständig ist, erfasst. Zuletzt 2017, aber die Ergebnisse liegen noch nicht vor. Deshalb ist der Behördenleiter gespannt, „was rausgekommen ist. Denn die Erfassung dokumentiert ja, was in den vergangenen Jahren gemacht worden ist in Sachen Straßensanierung.“ Er rechnet mit einem positiven Ausgang, aber zurücklehnen ist trotzdem nicht, denn „gut 30 Prozent der Landes- und Kreisstraßen sind immer noch in einem schlechten Zustand.“

Sanierung und Erhaltung des Straßennetzes ist zwar das Kerngeschäft des LBM. Aber er hat auch mal neu gebaut, und zwar das Autobahnteilstück von der Anschlussstelle (AS) Darscheid bis zur AS Kelberg. Das ist schon länger her, vor mittlerweile fast sechs Jahren wurde der Abschnitt zwischen der AS Gerolstein und der AS Kelberg für den Verkehr freigegeben.

Autobahnbau ist ein massiver Eingriff in die Landschaft, deshalb ist vorgeschrieben, dass ein Ausgleich geschaffen wird. Im Fall des vom LBM betreuten A-1-Teilstücks bedeutet das: Ausgleichsmaßnahmen von insgesamt 815 Hektar (508 Hektar Wald, 307 Hektar offenes Gelände), was weit über 1000 Fußballfeldern entspricht. Das, was schon gemacht wurde, soll nun auch der Öffentlichkeit präsentiert werden. „In der Lieseraue bei Daun-Rengen wird in Zusammenarbeit mit den Tourismus-Fachleuten vor Ort ein Wanderweg angelegt“, kündigt Enders an. „Dort können sich Bürger selbst von der Entwicklung der Ausgleichsmaßnahmen überzeugen.“