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Fußball-Kreistag Eifel: Ovationen und ein klares Votum

Fußball-Kreistag Eifel: Ovationen und ein klares Votum

Ein Mann stand beim Fußball-Kreistag Eifel im Mittelpunkt: Jakob Schmitt (77), der nach 20 Jahren im Amt des Vorsitzenden nicht mehr kandidierte, wurde zum Ehrenvorsitzenden bestimmt. Schmitts Nachfolger ist der bisherige Kreisjugendleiter Walfried Hacken, der ein einstimmiges Votum erhielt.

Daun. Jakob Schmitt wurde im Dauner Forum mit Ovationen, vielen Worten und Ehrungen verabschiedet. "Vorbildlich" habe sich der Vorsitzende des Fußballkreises Eifel für die Vereine eingesetzt, betonte der Beigeordnete des Vulkaneifelkreises, Alois Manstein. Friedbert Wißkirchen, Vorsitzender des Sportkreises Vulkaneifel, charakterisierte Schmitt als "Sportsmann durch und durch, immer gerade raus, immer ehrlich gestrickt". Von Walter Desch, dem Präsidenten des Fußballverbands Rheinland, gab es die Dankurkunde des Deutschen Fußball-Bunds mit Plakette. "Dafür muss man schon etwas Außergewöhnliches geleistet haben", sagte Desch, der die Zusammenarbeit mit Schmitt als sehr angenehm empfand: "Ruhig, sachlich, kompromissbereit - immer im Sinne der Vereine handelnd: So habe ich Jakob kennen- und schätzen gelernt."
Schmitt trat mit einer Träne im Auge ab: "Dieses Amt hat mir jahrelang Freude beschert. Irgendwann muss halt mal Schluss sein." Von seinen Kollegen im Kreisvorstand bekam Schmitt einen Gutschein für ein Wellnesswochenende überreicht.
Sein Nachfolger Walfried Hacken ist zwar schon seit fast 30 Jahren im Kreisvorstand, doch er bekannte: "Jakob und sein Vorgänger Josef Kometz hinterlassen große Fußstapfen. Sie haben einiges bewegt." Aber auch er wolle Spuren hinterlassen, unterstrich der pensionierte Lehrer aus Bleialf. Angesichts seiner bisherigen Funktion als Kreisjugendleiter liege ihm der Jugendfußball besonders am Herzen.
Zu Hackens Nachfolger als Jugendleiter wählten die Klubvertreter Michael Müller, der bis dato schon Juniorenstaffelleiter war.
Mehr Spruchkammerurteile


Die Spruchkammer bilanzierte in der abgelaufenen Saison deutlich mehr Arbeit. Die Zahl der Urteile sei im Vergleich zur Saison 2013/14 um 95 auf 404 angestiegen.
Verbandschef Walter Desch verteidigte in seiner Rede, dass die Vereine künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Kassenlage sei angespannt. Durch ausgebliebene Sponsorengelder (vor allem wegen der rechtlich unklaren Lage auf dem Wettanbietermarkt) sowie der Sanierung des Kunstrasens am Koblenzer Oberwerth würden fast 500 000 Euro fehlen.
Vor allem die eingeführten Nutzungsgebühren in Höhe von 110 Euro pro Saison für das Verwaltungssystem "DFBnet" stößt vielen Klubverantwortlichen sauer auf. In Daun hielt sich die Kritik daran indes eher in Grenzen - vielleicht auch, weil Desch die Vereine zu beruhigen versuchte: "Wir prüfen die mögliche Belastung der Vereine Jahr für Jahr sorgfältig und hoffen, dass wir möglichst rasch schon wieder für eine Entlastung sorgen können."
Künftig sollen sich die Vereine nur noch alle drei Jahre treffen - Jahrestagungen 2016 und 2017 finden also grundsätzlich keine statt. 2018 wird der Kreistag vom SV Speicher ausgerichtet. L.S.