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Halaudi! Ministerpräsidentin Dreyer ist jetzt eine Heuschrecke

Ministerpräsidentin und Heuschreck-Neusenatorin Malu Dreyer und ihr Mann und OB Wolfgang Jensen, der bereits Senator bei der KG Heuschreck war.
Ministerpräsidentin und Heuschreck-Neusenatorin Malu Dreyer und ihr Mann und OB Wolfgang Jensen, der bereits Senator bei der KG Heuschreck war. FOTO: Michael Schmitz
Trier. In Trier gibt es eine prominente Heuschrecke mehr: Ministerpräsidentin Malu Dreyer gehört seit Freitag dem Senat der KG Heuschreck an. Das Ereignis wurde angemessen gefeiert. Michael Schmitz

DTrierer und Kölsche Lieder vom Heuschreck-Chor, Halaudi-Rufe und Geschunkele - so einen Abend hat die alt-ehrwürdige Promotionsaula des Priesterseminars auch noch selten erlebt. Kurfürst Clemens Wenzeslaus auf dem großen Gemälde an der Stirnseite blickte dennoch wohlwollend auf das Treiben zu seinen Füßen, schließlich hatte die KG Heuschreck 1848, Triers älteste und größte Karnevalsgesellschaft, zu ihrem Ordensfest die Prominenz wieder zahlreich versammelt. Darunter, mit einem ähnlich großen Herrschaftsgebiet wie der Kurfürst seinerzeit, an der Spitze die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die in den Senat aufgenommen wurde. Der Senat unterstützt die Gesellschaft und die Aktiven.
Im schicken roten Abendkleid ließ Dreyer sich von Senatspräsident Hajo Conrad und Vize Udo Köhler die grün-weiße Heuschreck-Narrenkappe aufsetzen. Zusammen mit ihrem Gatten, Oberbürgermeister Klaus Jensen, der dem Senat seit 2013 angehört, bildet sie nun das erste Ehepaar in diesem Gremium. Angesichts von so viel prominenter Sozialdemokratie ernannten die Heuschrecken fürsorglich auch noch zwei Schwarze zu Neusenatoren, den Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz sowie den Trierer Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster. In ihren Dankesworten zeigte Malu Dreyer karnevalistisches Talent: "Zehn Jahre und mehr leb ich in Trier / schwuppdiwupp schon steh ich hier", reimte sie. "Super GroKo, Rot, Schwarz und Heuschreck-Grün / wird uns das in Trier bald blühn?"

Ebenfalls neu im Senat sind Adolf Hess Junior vom Traditions-Autohaus in Trier sowie Dompropst Werner Rössel, der als erster Kirchenmann in das Gremium aufgenommen wurde. Deshalb hatte er auch die Ehre, die Ordensrede zu halten. Statt der von ihm zunächst angedrohten Ordenspredigt machte er sich auf unterhaltsame Art und Weise Gedanken über die Beziehungen zwischen seiner Herkunft aus Altenahr mit dem rheinischen wie trierischen Karneval, würzte das mit Pastoren- und Tünnes-und-Schäl-Witzen und rief den rund 300 Anwesenden in Erinnerung, Heuschrecken seien ja auch die neunte ägyptische Plage gewesen.

Walter Schrage vom Verein Trierisch mahnte die Heuschrecken mit einem kurzen, amüsanten Gedicht, mehr Platt zu reden und zu hören, Heuschreck-Präsident Harald Reusch moderierte eloquent durch den Abend, Prinz Marc II. machte den Narren seine Aufwartung und Andreas Peters (Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval, ATK) sowie Peter Pries (Bund Deutscher Karneval, BDK) verteilten noch reihenweise Orden - ehe die Narren zum Stehempfang übergingen.

Ausgezeichnet wurden:
Verdienstorden der ATK: Adolf Lorscheider, Thomas Kiessling; BDK-Verdienstorden in Silber: Dieter Kreutz, Hans-Joachim Conrad; BDK-Verdienstorden in Gold: Hanne König, Johannes Kaschenbach; BDK Verdienstorden in Gold mit Brillianten: Werner Klasen..