Fastnacht: Fröhliche Machtübernahme in Rathäusern in Hermeskeil und Kell am See

Fastnacht : Narren im Hochwald haben jetzt die Schlüssel zur Macht (Fotos/Video)

An Weiberfastnacht schlägt die Stunde der Narren: In Hermeskeil und Kell am See haben sie die Rathäuser unter ihre Kontrolle gebracht. Von Widerstand war bei der Machtübernahme wenig zu sehen, dafür umso mehr von Feierlaune.

Kölsche Lieder schallen durch den Rathaussaal in Hermeskeil: „Mer losse d`r Dom in Kölle“ singen die Mitarbeiter der Verwaltung mit ihren Gästen. Der KV Ruck-Zuck ist mit großem Gefolge einmarschiert, um sich bis Aschermittwoch die Schlüssel der Macht von den beiden Bürgermeistern aushändigen zu lassen. Die leisten keinen Widerstand. Stadtchef Mathias Queck hat den symbolischen Holzschlüssel gleich parat und gibt ihn an die närrischen Regenten weiter.

Michael Hülpes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, beweist Humor mit seiner Kostümauswahl. In Jacke und Kapitänsmütze tritt er ans Mikrofon und lobt die Narren inklusive der Abordnungen aus Grimburg und Neuhütten für ihren Einsatz: „Das ist Kulturpflege der besten Art.“ Seine Mitarbeiter tragen ein Schild, das die im Kostüm versteckte Anspielung des VG-Chefs für alle deutlich macht: „Der Kapitän verlässt das sinkende Schiff. Doch die ‚Rathausluda’ haben alles im Griff.“ Hülpes’ Amtszeit endet am 31. März.

Nicht ganz widerstandslos will der erste städtische Beigeordnete Willi Auler den Narren das Rathaus überlassen. Er hat sich selbst und Kollegin Beate Hüttenrauch – der 2017 begonnenen Tradition folgend – zum Rathaus-Prinzenpaar ernannt und einen kleinen Zweitschlüssel für die Machtzentrale mitgebracht. Die Mitarbeiter beruhigt er jedoch: „Keine Angst, wir wollen heute nix schaffen.“ Stattdessen ist Feiern angesagt, wie die beiden neuen Chefs, Beate I. und Thomas II., per Dekret unmissverständlich klarmachen: „Zur Partyzone wird das Haus, drum lasst mal schön die Sau heraus.“

Auch in Kell am See lässt sich Rathauschef Martin Alten nicht lange überreden, die Macht vorübergehend abzugeben. Sein Büro stürmen am Nachmittag um 15.11 Uhr Narren aus Mandern, Greimerath, Schillingen, Heddert und Lampaden. Ganz vorne dabei: der KC Callida Kell am See mit seinen Majestäten Prinz Tobias I. und Prinzessin Erica I., begleitet vom Kinderprinzenpaar Collin und Mia.

Bevor der VG-Chef aus dem Amt verbannt wird, berichtet er jedoch noch ein wenig über die Kommunalreform und die Zukunft der VG Kell: „Das ganze Jahr haben wir mit Saarburg verhandelt, ein Vertrag steht fest und wir sind miteinander verbandelt.“ Laut gejubelt wird, als Alten Entwarnung für künftige Rathauserstürmungen gibt: „Wir können uns auf die Fahnen schreiben, ein Amtssitz wird auch zukünftig in Kell am See noch bleiben. Und somit steht fest für euch als Verbandsgemeinde-Narrenschar, eine Rathausstürmung ist möglich auch im nächsten Jahr.“

Anschließend fordert Prinz Tobias: „Rück den Schlüssel raus, jetzt bist du dran.“ Vom Rathaus zieht das Narrenvolk mit dem entmachteten Bürgermeister im Schlepptau weiter in die Kneipen und Geschäfte.

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