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Fahrbericht Kia Optima SW Plug-In-Hybrid

Fahrbericht : „Der Öko-Kombi“: TV-Fahrbericht Kia Optima SW Plug-In-Hybrid

Als Plug-in-Hybrid ist der Kia Optima SW ein Kombi der besonderen Sorte. Und das beileibe nicht nur wegen des großen „E“ hinten auf dem Kfz-Kennzeichen, sondern auch weil er als Alltagsbegleiter genauso taugt, wie als Gewissens-Beruhiger. Für Menschen, die trotz des SUV-Booms quer durch die Segmente immer noch auf die konventionelle Karosserie eines sogenannten „Kombinations-Fahrzeugs“ setzen.

Tür auf, Platz nehmen, Starterknopf bedienen, ein kräftiger Schub, und dann: Nichts, kein Ton. Wie von Geisterhand bewegt setzt sich der mächtige weiße Kombi in Bewegung. Lautlos. Kombi und Plug-in-Hybrid in Kooperation: Das ist nicht gerade das, was uns Tag für Tag auf den Straßen „um die Ohren“ fährt. Dass die Koreaner so etwas überhaupt in ihr Programm aufgenommen haben, spricht erstens dafür, dass der Antriebs-Exot kein Million-Seller werden soll, man andererseits aber doch von dessen Vorzügen und einer akzeptablen Markdurchsetzung überzeugt ist.

Den Hybridantrieb für den SW hat Kia der Limousine entnommen: der Plug-in-Hybrid vereint in unserem Fall 156-Benzin-PS aus einem zwei Liter großen Saugmotor mit 67-Elektro-PS Dass der Verbrenner ohne Aufladung zurecht kommen muss, ist insofern kein Nachteil, weil – E-Motor-typisch – beim Start das volle Drehmoment von Beginn an anliegt.

Ein Kombi ist eigentlich sowas wie ein Allerwelts-Auto für Leute, die die Vorteile einer Reiselimousine mit den Ladekapazitäten der geräumigeren Karosserieform ausnutzen möchten. Und die dabei in der Regel nicht alleine unterwegs sind. Erstgenannte Qualitäten unterstrich unser Testauto im Sommer auf langen Etappen über Schweizer und französische Autobahnen. Dabei „werkelte“ der E-Motor bei ausgeglichener Fahrweise so intensiv mit, dass wir an leichten Anstiegen Vortrieb vernahmen, obwohl die Eco-Anzeige des Displays im dunkelgrünen Bereich eigentlich anzeigte, dass der Verbrenner sich ausgeklinkt hatte. Und als sich, was auf französischen Autobahnen in der Regel seltener vorkommt, ein Stau vor einer Baustelle abzeichnet, verlangsamt das automatische Bremssystem wie von Geisterhand.

Die 205 PS Systemleistung verbergen sich eher in einem Gesamt-Konglomerat. Ist die volle Verbrenner-Leistung „aus dem Stand“ heraus gefordert, dann widerspricht das dem Charakter dieses Fahrzeugs. Dann wird er auch manchmal unangenehm laut, ohne das mit entsprechendem Vortrieb zurück zu zahlen. Doch zwischendurch ging es auch des Öfteren weniger entspannend über Alpenpässe oder alpine Landstraßen. Dass wir im gesamten Verlauf unserer persönlichen Tour einen Verbrauch von 6.6 Litern aufwiesen, zeigt aber zumindest auf, welche Spar-Kapazitäten in diesem Antriebssystem stecken.

Dazu leistet der E-Antrieb natürlich das Seine: Der Stecker für die Batterien mit einer Kapazität von 11,3 kwh ist zwischen Fahrertür und linkem Vorderrand angebracht. 62 Kilometer soll der Optima SW rein elektrisch alleine fahren können, gibt Kia an.

Die Abstimmung des Fahrwerks ist nicht gerade auf Kurvenhatz ausgelegt. Die Kia-Ingenieure haben den Optima SW Hybrid so ausgelegt, dass eine wunderbare entspannte Reise wie in einem Raumgleiter mit maximaler Kraftstoff-Ersparnis dabei herauskommt. In einer induktiven Ladeschale lädt das Fahrzeug während der Fahrt sogar mein Handy ohne Anschluss an das Bordnetz auf. Vorausgesetzt, der Hersteller des Mobil-Telefons spielt mit.

Am Platzangebot, das man von einem Kombi erwartet, mangelt es nicht. Allerdings ist der Kofferraum mit 440 Litern deutlich kleiner als im reinen Verbrenner-Optima. So entfällt das Fach unter dem Ladeboden, das beim Hybriden die Batterie aufnimmt.

Wer sein „grünes Gewissen“ mit dem „Teilzeit-Elektriker“ beruhigen und es dem Verbrenner vorziehen möchte, muss dafür einiges auf den Tisch liegen. Das Einstiegsmodell mit LED-Scheinwerfern, Navi- und Soundsystem kommt auf 40.490 Euro, In den höherwertigen Ausstattungen kommen dann noch ein paar „Assis“ dazu.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kia Optima Tour