Nicht nass in die Garage

Dachgepäckträger und -boxen sollen dem Autofahrer das mobile Leben erleichtern. Doch der zusätzliche Stauraum entpuppt sich nur allzu oft als Gefahrenquelle oder als Ärgernis. Die Gründe sind vielfältig: Qualitätsunterschiede, falsche Handhabung und oft schon Fehler beim Kauf.

Trier. Der Nachbar hatte die Nase voll, bevor der Urlaub überhaupt begann: Gattin, Kind, Hund und - ach ja - er selbst ja auch noch, wollten sich erholen. Da war einiges mitzunehmen für zwei Wochen Sonne, Süden und Surfen. Aber er hatte ja einen Dachgepäckträger. Der Stress indes war programmiert und entlud sich dann während des Packens bei mir: "Guck dir das mal an - so alt ist der doch noch nicht, und überall schon Rost." Womit wir bei Punkt eins wären: Rostbefall.
Auf den Gepäckträger sollte der Autobesitzer achten. Nicht nass, mit Eis oder Schneeresten verschmiert einfach in der Garage abstellen. In Scharnieren und Gelenken setzt der Rost zuerst an. Also: Gut trocknen und sich im Fachhandel nach vorsorgenden Produkten umsehen.
Auf jeden Fall sollte man den Träger gründlich prüfen, bevor Fahrrad oder Surfbrett wieder aufs Auto gepackt werden. Oft sind Klemmen oder Schrauben so stark angerostet, dass sie sich nicht mehr ausreichend anziehen lassen. Ist der Rostbefall schon zu weit fortgeschritten, können einzelne Teile brechen. Da geknickten oder verbogenen Träger teilen die nötige Stabilität abhandengekommen ist, sollte man den Träger im Zweifelsfall aussortieren. "Voll beladene Träger müssen im Ernstfall auch ein scharfes Bremsmanöver bei Tempo 120 auf der Autobahn aushalten", warnen Experten der Prüforganisation Dekra.
Aber auch, wenn man mit einem neuen Träger fährt, ist Vorsicht geboten: Immer wieder kommt es vor, dass sich nach der Montage des Trägers auf den ersten Kilometern einzelne Verbindungen etwas lockern. Deshalb beim ersten Stopp die Schraubverbindungen kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen. Die Gefahr geht meist nicht vom Fahrradträger selbst aus, sondern vom Grundträger, der sich oft nicht wirklich fest mit dem Fahrzeug oder der Dach reling verschrauben lässt.
Beim Kauf eines Dachgepäckträgers ist neben der Stabilität auch ein wichtiges Kriterium, ob sich die Lasten wie Räder oder ähnliche Freizeitgeräte schnell und sicher befestigen und wieder abnehmen lassen. Viele Hersteller haben sich in diesem Bereich spezialisiert. Ihre Produkte sind in der Regel Tüv-geprüft, das gilt auch für Dachboxen.
Große Boxen fassen etwa 500 Liter. Kleinere Boxen lassen sich allerdings leichter montieren und verstauen. Im Zweifelsfall keine Boxen kaufen, die den kompletten Inhalt einer Doppelhaushälfte aufnehmen können. Beim Auto-Vertragshändler sind Dachboxen und Träger zwar am teuersten, allerdings sind technisch weniger beschlagene Käufer dort am sichersten aufgehoben.
Vorteile der Boxen: Fahrzeuge, die damit anstelle hoher Gepäckträger ausgerüstet sind, verbrauchen wegen der windschlüpfrigen Form der Boxen weniger Sprit. Außerdem schützen sie den Inhalt besser vor Witterungs einflüssen. Zu empfehlen sind abschließbare Modelle mit einem Schnellverschlusssystem.
Boxen sollte man auch nie alleine und ohne Tritthilfen anbringen oder abmontieren. Mit mindestens zwei Personen von beiden Fahrzeugseiten vorgehen, die Box hoch über dem Kopf halten und nie eine bereits beladene Box befestigen.
Bei der Montage gilt: Unbedingt die Anweisungen des Herstellers beachten und (falls vorhanden) das mitgelieferte Werkzeug verwenden. Zur Vorsicht sollte man Autodach und Motorhaube mit einer Decke schützen. Wem das alles zu stressig ist, für den gibt es eine bequemere, aber auch teurere Alternative: Man kann Dachboxen auch mit Montage mieten.

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