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Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit trotz Dynamik am Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt : Arbeitslosigkeit zieht im Juli an

Knapp 13.000 Menschen sind der Arbeitsagentur Trier im Juli gemeldet. Das ist ein Anstieg zum Vormonat und - coronabeding - deutlich mehr als vor einem Jahr.

Die positive Tendenz aus dem Juni konnte sich im Juli am regionalen Arbeitsmarkt nicht fortsetzen. Überraschte die Region im Juni noch mit rückläufigen Arbeitslosenzaheln, sieht es diesmal anders aus: In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Arbeitslosen um 2,2 Prozent auf 12.928 gestiegen. Damit sind 275 mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat. Vor allem Frauen sind betroffen, denn 234 von ihnen sind Frauen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sind 3.173 mehr Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent erhöht und liegt 1,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 3,3 Prozent.

„Saisonbedingt ist in den Sommermonaten, insbesondere in den Sommerferien, immer eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen“, sagt Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier und erklärt, wie der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit damit zusammenhängt: „Einerseits beenden viele junge Menschen in diesen Wochen die Schule oder die Ausbildung. Andererseits warten viele Unternehmen mit den Neueinstellungen bis zum Ende der Sommerferien oder Corona bedingt in diesem Jahr noch länger. Entsprechend wächst die Zahl der unter 25jährigen, die sich nach Abschluss einer Ausbildung und fehlender oder verzögerter Anschlussbeschäftigung arbeitslos melden müssen“. Doch nicht allein auf diesen Effekt lässt sich der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit zurückführen.

Der wirtschaftliche Hemmschuh durch die Corona-Krise macht sich bemerkbar.

Dass die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Juli überproportional viele Frauen betrifft, führt Heribert Wilhelmi auf vermehrte Entlassungen besonders in den Branchen zurück, in denen Frauen stark vertreten sind. Am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni im Bereich Erziehung, soziale und hauswirtschaftliche Berufe, gefolgt von Medizinischen Gesundheits- und Verkaufsberufen.