Aufruhr in Hillary-Land

Wahlniederlagen, Geldprobleme und schlechte Stimmung im Wahlkampf-Team sorgen für Aufruhr in Hillary-Land. Am Vorabend der "Potomac"-Primaries in Washington DC und den angrenzenden Bundesstaaten Maryland und Virginia hat Clinton eine neue Wahlkampf-Managerin berufen.

Washington. Jetzt soll die langjährige Vertraute im Weißen Haus, Maggie Willimas, dem Wahlkampf Hillarys zu neuem Schwung verhelfen. Energie, die das ausgelaugte Team der Kandidatin dringend braucht. Nachdem die Strategie, Konkurrent Barack Obama am Super-Dienstag einen K.o.-Schlag zu versetzen, gescheitert ist, steht die neue Managerin vor der Aufgabe, den Abwärtstrend der vergangenen Tage mindestens aufzuhalten. Vorgängerin Patti Doyle-Solis war das nicht gelungen. Sie sah sich stattdessen zunehmend interner Kritik ausgesetzt. Einige lasten Doyle-Solis die finanzielle Misere an, die Clinton dazu zwang, sich selber einen Kredit in Höhe von fünf Millionen Dollar zu geben. "In ihrer Zuständigkeit hat das Team die Millionen nur so verbrannt," erklärte ein Insider. Vor allem fehlt es an den Planungen, die über den Super-Wahltag hinausführten. Ein wesentlicher Grund, warum Obama in den Staaten mit "Caucus" genannten Parteiversammlungen so stark ist. Sein Team bereitete sich schon lange auf den politischen Nahkampf um Delegierte vor und hat in den Staaten die organisatorischen Grundlagen dafür gelegt. Zudem macht Obama zunehmend die Wählbarkeit Clintons zum Thema. 47 Prozent der Amerikaner seien schon vor dem Rennen gegen den beliebten Republikaner John McCain gegen sie, zitiert Obama die hohen Negativ-Werte bei einer Kundgebung in Alexandria. Am Sonntagabend traf Obama mit John Edwards zusammen, um für dessen Unterstützung zu werben. Eine Wahlempfehlung des ausgeschiedenen Kandidaten könnte sich vor allem in Ohio und Pennsylvania als nützlich erweisen. Meinung Die Lücke wird kleiner Die Lage ist ernst: Besorgt verfolgt Hillary Clinton, wie ihr Herausforderer Obama von einer Wahl zur nächsten wächst und ihre Vorteile in bestimmten Wählersegmenten reduziert. Seien es weiße Arbeiter in Maine, Frauen in Washington State oder Latinos in Arizona - die Lücke wird kleiner. Je besser die Wähler Obama kennen, desto eher geben sie ihm ihre Stimme. Wenn die Kandidatin diesen Trend nicht umdreht, helfen ihr auch die nicht gewählten Parteifunktionäre nicht mehr, die im Hinterzimmer auskungeln könnten, wer die Demokraten im November in die Wahlen führen wird. Denn diese "Super-Delegierten" werden am Ende nicht daran vorbeikommen, sich dem Willen der Wähler zu beugen. nachrichten.red@volksfreund.de