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Ernährung
Avocado – fettes Früchtchen

Susanne
Umbach.
Susanne Umbach. FOTO: Stefan F. Saemmer
Kaum ein Lebensmittel liegt momentan so im Trend wie die Avocado. In den letzten 30 Jahren hat sich die Nachfrage nach dieser Baumfrucht in Deutschland verdreifacht. Susanne Umbach

Frucht? – Ja! Denn botanisch gesehen ist die Avocado eine Beere. Man findet sie zurzeit in jedem Supermarkt und Discounter, mitunter sogar recht preiswert.Das Bemerkenswerte an Avocados sind vor allem die ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Dazu kommen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium, aber auch Eisen und die Vitamine B, E und K sowie das Provitamin A. Gerade in der veganen oder vegetarischen Küche ist die pflanzliche Alternative zu Butter und Eiern besonders beliebt: als Guacamole-Dip, Salat-Zutat, Smoothie, einfacher Brotaufstrich oder sogar als Basis für „Mousse au Chocolat“. Allerdings bleibt die weltweite breite Nachfrage nach dem „grünen Gold“, nicht ohne ökologische Folgen: Um in den Hauptanbauländern Mittel- und Südamerikas Avocados im großen Stil anzubauen, werden Waldflächen gerodet. Zudem kommen im konventionellen Anbau Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz. Außerdem ist die Frucht ein echter „Schluckspecht“. Für ein Kilogramm Avocado, egal ob bio oder konventionell, sind etwa 1000 Liter Wasser notwendig. Zum Vergleich: ein Kilogramm Tomaten verbraucht nur ein Fünftel, also 200 Liter. Der intensive Anbau geht nicht ohne künstliche Bewässerung. Dadurch kommt es in manchen Regionen zu einem kritischen Wassermangel. Lange Transportwege in Kühlboxen und aufwendige Verpackungen der einzelnen Früchte fördern ebenfalls die negative Ökobilanz.

Unser Tipp: Avocados bewusst, als eher seltene Delikatesse genießen und beim Einkauf auf Bioqualität und Herkunft achten.

Susanne Umbach, Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
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