1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Alle wollen nach Prüm: Starke Nachfrage in den Neubaugebieten

Alle wollen nach Prüm: Starke Nachfrage in den Neubaugebieten

Prümer Zwischenhoch im mäßigen Sommer: Die Grundstücke in den beiden gerade entstehenden Neubaugebieten locken viele Interessenten. Und auch im Stadtkern tut sich allerhand.

Kurz mal den Ärger vergessen, den das Amt so mit sich bringt - und sich freuen: "Bei allem Quatsch, den man sonst so hat, bin ich richtig glücklich, dass so viele Menschen in Prüm bauen wollen", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. Denn die Nachfrage bei den Grundstücken im Neubaugebiet In der Steinertsbach sei bestens: Für 18 Flächen gebe es bereits verbindliche Kaufzusagen, teilt die Bürgermeisterin mit. "Das lässt sich richtig gut an."21 Bauplätze geplant


Und damit wären bereits fast zwei Drittel der stadteigenen Grundstücke weg - insgesamt sind es 28, hinzu kommen sieben weitere Flächen, die privat verkauft werden. Passt perfekt - denn in diesen Tagen hat die Stadtkyller Firma Backes mit den vorbereitenden Bodenarbeiten begonnen. Zunächst soll dort eine Straße hineingezogen werden, "die man auch bei Regen befahren kann", sagt Mathilde Weinandy. Wie lange wird's dauern, bis man dort sein Häuschen mauern kann? "Unser Ziel ist, dass die Leute dort im Frühjahr anfangen können."

Und nicht weit davon entfernt, unterhalb des Krankenhauses, erschließt Unternehmer Erich Backes derzeit selbst ein weiteres Baugebiet (der TV berichtete): Zunächst seien 21 Baustellen geplant, sagt er. Die Interessenten melden sich bereits - theoretisch könne er jetzt schon zehn Grundstücke verkaufen, sagt Backes. Aber er wartet noch: Zuerst wolle man alle Vorarbeiten erledigt haben. Das soll im Oktober der Fall sein. Dann gehe es konkret in den Verkauf. In der direkten Nachbarschaft zum Backes-Baugebiet, auf der Prümer Tafel und entlang der Straße zum Krankenhaus, wächst gerade wieder ein Wohnhaus in die Höhe. Und auch dort seien bereits weitere Grundstücke verkauft, sagt Mathilde Weinandy. Dabei freut sie sich aber noch über etwas anderes: Erstens darüber, dass unter den Kaufinteressenten viele junge Familien seien. Und zweitens, dass "die Balance zwischen Neubaugebieten und Innenstadt" gehalten werde. Anders gesagt: Im Stadtgebiet wird auch kräftig ver- und gekauft, saniert oder gleich eingezogen. Allein im abgelaufenen Jahr, sagt Robert Ennen vom Bauamt der Verbandsgemeinde Prüm, seien in der Innenstadt 23 Objekte verkauft worden, viele davon an jüngere Neu-Eigentümer. "Das ist ja schon was."Zwischenhoch für Abteistadt


Stimmt, aber auch an die Älteren wird offenbar gedacht. Das macht unter anderem Martin Hermes, Stahlbauer aus Weinsheim, mit seiner Frau Sandra: Die beiden haben das ehemalige Finanzamtsgebäude im Kreuzerweg gekauft und lassen dort gerade zwölf Wohnungen einbauen, "alle zwischen 70 und 90 Quadratmerern groß", sagt Hermes.
Das Vorhaben: Mietwohnungen "für Jung und Alt" anzubieten. Deshalb seien alle Einheiten seniorengerecht ausgebaut, inklusive Fahrstuhl. Und bei den meisten Wohnungen auch mit Balkon.

"Das wird alles so gemacht, dass jeder, der mit einem Rollator oder einem Rollstuhl unterwegs ist, auch klarkommt", sagt Hermes. Bis um den Jahreswechsel soll alles bezugsfertig sein. Und bereits jetzt stünden erste Interessenten auf der Matte: "Die Leute sehen, was sich da tut und fragen dann nach." Einige hätten sich auch bereits in seinem Büro in Weinsheim die Pläne angesehen. "Und in sechs bis acht Wochen kann man sich dann anschauen, wie es wird."
Altes wird neu, Lücken schließen sich, überall Bewegung und Bock aufs Bauen: Prüm erlebt ein echtes Zwischenhoch. Und vom Hahnplatz-Umbau haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen. Kurzum: Grade läuft's für Prüm. "Das tut richtig gut", sagt Mathilde Weinandy.Meinung

Nicht nur Glück
Manchmal hat man auch einfach Glück: Die Prümer erleben gerade eine Phase, in der sich unheimlich viel tut. Die Stadt wächst an ihren Rändern, und mittendrin kommt auch wieder Leben rein. Da kann sich dann auch der Stadtrat mal gegenseitig auf die Schultern klopfen: Denn mit der Entscheidung für die Baugebiete lag man goldrichtig. f.linden@volksfreund.de