1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Am Draht in die ganze Welt

Am Draht in die ganze Welt

Der Sammler Volker Schnitzius besitzt über 100 verschiedene Morsetasten. Vor dem Internet-Zeitalter benutzten unter anderem Agenten, Militär und Behörden diese Art von schneller Kommunikation.

Daun. Viele Agenten kommunizierten einst mit Morsetasten, Schiffbrüchige sendeten SOS-Notrufe aus. In der Morsesprache bedeutete der Hilferuf die Signalfolge dreimal kurz, dreimal lang und wieder dreimal kurz. Dieses bekannte Zeichen wurde 1999 eingestellt. Denn heute läuft alles über Satellit.
Universaler Notruf



Der Morsetasten-Sammler Volker Schnitzius besitzt rund 100 verschiedene Modelle ab dem Jahr 1930. Darunter sind seltene Stücke. Eine Knietaste zum Beispiel oder sehr leichte, kleine Modelle in Form einer Maus. Die Junker-Morsetaste ist eine der ältesten bis heute produzierten Morsetasten, die in den 1950er Jahren für alle deutschen Behörden gebaut wurden.
Zu Schnitzius\' Sammlung gehört auch eine komplette Serie der elektronischen ETM-Tasten. "Mit den Morsetasten und dem Funkgerät stehe ich weltweit in Verbindung", sagt Schnitzius. "Man sendet ein Signal aus und weiß nie, wer antwortet." Er hatte schon mit Menschen aus allen Ländern der Welt Kontakt, außer Nordkorea.
Das Morse-Alphabet wurde 1833 von dem Amerikaner Samuel Morse erfunden und weiterentwickelt. Es ist ein einzigartiges System, um Botschaften über Licht-, Ton- oder Funksignale zu senden. Während die Technik zusammenbricht, funktioniert der Morsecode immer. Drei Monate dauert das Erlernen des Morsealphabets und weitere drei, um 120 Buchstaben innerhalb einer Minute zu senden. Die schwarze Taste wird entweder lang oder kurz nach unten gedrückt. Die häufigsten Buchstaben, wie "E" oder "A" haben kurze, weniger benutzte Buchstaben lange Zeichen.
"Wie ein Virus"



"Das Sammeln ist schwer zu erklären. Ich kam durch ein Buch über Morsetasten zum Sammeln. Man fängt damit an und kann nicht mehr aufhören. Das ist wie ein Virus", erklärt der 49-Jährige. Er macht seit Jahren Urlaub auf Inseln. Nicht um einen SOS-Notruf zu senden, sondern um sich mit dem Rest der Welt über Funk zu verbinden. "Mein Ziel ist es, von jeder deutschen Insel einen Funkkontakt herzustellen", sagt Schnitzius, der seit Anfang der 90er Jahre lizensierter Funkamateur ist.
Als Beweis für den Funkkontakt werden sogenannte QSL-Karten über ein einzigartiges Verteilersystem für Funker verschickt. Weltweit gibt es 2,8 Millionen Funkamateure, die neue Techniken vorantreiben. So hatte Schnitzius 1990 schon eine drahtlose Mailbox, als Internet für den allgemeinen Nutzer noch nicht existierte. Die Morsetasten werden zwar nicht mehr professionell eingesetzt, sind aber für Sammler und Funkamateure unverzichtbar. beba
Haben auch Sie eine Leidenschaft, die Sie schon seit Jahren nicht loslässt und inzwischen zu einer großen Sammlung geführt hat? Ob Postkarten, Feuerzeuge, Zuckerstückchen oder was auch immer: Mailen Sie uns Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten mit einem Stichwort zu Ihrer Sammlung an eifel@volksfreund.de