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Früher Honig, heute Strom: Regionalmarke verkauft nun mit dem Konzern RWE "grüne Energie"

Früher Honig, heute Strom: Regionalmarke verkauft nun mit dem Konzern RWE "grüne Energie"

Wurst, Honig oder Apfelsaft von Streuobstwiesen: Dafür ist die Regionalmarke Eifel bekannt. Mit Strom aus Wasserkraft erweitert die Eifelmarke nun ihre Produktpalette und wird in Kooperation mit dem RWE-Konzern zum Energielieferanten.

Bitburg. Dem Strom, der aus der Steckdose kommt, sieht man nicht an, ob er im Atom- oder Kohlekraftwerk, von Windrädern oder Wasserkraftwerken ins Netz eingespeist wird. Sehrwohl kann man heutzutage aber bei vielen Energielieferanten "grüne Energie" kaufen.

Doch die Regionalmarke Eifel war bislang nicht als Energielieferant bekannt, sondern vielmehr für die Eifeler Spezialitäten, welche die zertifizierten Lebensmittelerzeuger unter dem Label verkaufen.
Neben Honig, Saft, Brot und Wurst hat die Regionalmarke nun mit dem Eifel-Strom ihre Produktpalette strategisch erweitert. Nur ist der Erzeuger in diesem Fall kein Eifeler Landwirt, sondern der Energieversorgungskonzern RWE, der die Eifeler mit grünem Strom aus Wasserkraftwerken aus der Rurtalsperre (Nordrhein-Westfalen) und von der Mosel versorgen will. "Das ist ein neues, tolles, grünes Eifelprodukt und ein Meilenstein in unserer Markenentwicklung", sagt Markus Pfeifer, Geschäftsführer der Regionalmarke Eifel.

Der Startschuss für den Eifel-Strom fiel vergangene Woche im RWE-Energieladen in Bitburg. Der erste Kunde heißt Landrat Joachim Streit, der mit seinem Kollegen Heinz-Peter Thiel, Landrat des Landkreises Vulkaneifel, zur Produktvorstellung nach Bitburg gekommen ist. "Wie der Herr Pfeiffer habe ich auch eine Art Gänsehaut-Gefühl", sagt Streit, "wenn ich daran zurückdenke, wie wir die Regionalmarke 2004 gegründet und angeschoben haben und sie jetzt mit einem so großen Partner wie dem RWE-Konzern kooperiert." Ab 15. Juli können alle Privatkunden den Eifel-Strom bestellen.Günstiger als Grundversorgung


Die grüne Energie aus den Wasserkraftwerken soll mit 26,95 Cent sogar knapp zwei Cent günstiger pro Kilowattstunde sein als der Preis für eine Kilowattstunde im Basistarif der Grundversorgung. Wie ist das möglich? "In der Grundversorgung müssen wir alle Kunden, egal wie zahlungskräftig sie sind, mit Strom versorgen. Bei dem Strom aus der Wasserkraft haben wir andere Möglichkeiten zur Preisgestaltung", erklärt RWE-Teamleiter Andreas Berg. Eine andere Frage, die man sich als Kunde stellt, ist wohl: Weshalb stammt der angebotene Eifel-Strom nicht aus den Windrädern oder den Solaranlagen, die überall in der Eifel zu sehen sind? Auch diese Frage kann Berg erklären: "Die Betreiber von Wind- oder Fotovoltaikanlagen, die Strom ins Netz einspeisen, kassieren in der Regel erstmal 20 Jahre die EEG-Zulage und dürfen den Strom nicht doppelt vermarkten."

Erst wenn in fünf Jahren die ersten EEG-Zuschläge auslaufen würden, könne man auch den Strom der Wind- oder Fotovoltaikanlagen aus der Eifel ins Produkt "Eifel-Strom" aufnehmen, sagt Berg. "So lange reicht die Energie aus den Wasserkraftwerken aber aus. Da haben wir noch Kapazitäten"Extra

230 Produkte von knapp 400 Mitgliedsbetrieben dürfen mittlerweile mit dem Label Regionalmarke Eifel beworben und verkauft werden. Die Erzeuger verpflichten sich, die Qualitätsstandards der Regionalmarke Eifel, die durch unabhängige Prüfstellen regelmäßig kontrolliert werden, einzuhalten. Deshalb stehen alle Eifel-Produkte für garantierte Herkunft, Transparenz und Kontrolle. Inzwischen gehört die 2004 gegründete Regionalmarke Eifel GmbH mit ihrem unverwechselbaren Eifel-"e" bundesweit zu den Vorreitern auf dem Gebiet regionaler Vermarktungsinitiativen. cmo