Großeinsatz nach Amokdrohung in Prüm

Großeinsatz nach Amokdrohung in Prüm

"Psychische Ausnahmesituation": Spezialkräfte der Landespolizei haben gestern in der Gartenstraße einen 52-Jährigen festgenommen.

Auch DRK und Notarzt sind dabei, werden aber nicht benötigt. Foto: (e_pruem )

Prüm Aufregung in der Prümer Gartenstraße am Mittwochmorgen: Es ist kurz vor zwölf Uhr, als die Polizei damit beginnt, die Straße am Rand der Innenstadt abzuriegeln. Niemand kann mehr hinein, alle fragen sich, warum.
Dafür treffen immer mehr Polizisten ein - Spezialkräfte der Landespolizei, vermummt und schwer bewaffnet. Auch Oswald Benzel und weitere DRK-Helfer stehen bereit, genauso wie der Prümer Notarzt Thomas Erb.
Das deutet auf einen gefährlichen Einsatz hin. Worum es dabei geht, ist zunächst nicht zu erfahren. Christoph Cremer, Chef der Inspektion Prüm, bittet um Verständnis: "Ich kann Ihnen noch nichts sagen."
Mehr und mehr Bürger versammeln sich am Eingang der Straße. Die Rede ist von einem Anwohner, mit dem es schon oft große Probleme gegeben habe. Auch Drogen und Alkohol sollen dabei immer wieder im Spiel gewesen sein.
Irgendwann sickert durch: Es geht um genau diesen Mann, der nun aus einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Ende der Straße herausgeholt werden soll. Die Einsatzkräfte begeben sich dorthin, nichts ist zu hören, nichts weiter zu sehen. Gegen 14 Uhr kommen sie wieder zurück. Offenbar ist alles gelaufen - und vor allem niemand verletzt.
Was war da los? Es ging, sagt Karl-Peter Jochem, Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, um einen 52-Jährigen: Dieser habe sich am Morgen bei der Rettungsleitstelle in Trier gemeldet und mit einem Amoklauf gedroht. Außerdem habe er angegeben, Sprengstoff zu besitzen.
"Zunächst war unklar, wo er sich befindet", sagt Jochem. "Das musste erst ermittelt werden." Bald wusste die Polizei: Der Mann sitzt in dem Haus in der Prümer Gartenstraße.
"Wir konnten Kontakt zu ihm aufnehmen, er war offenbar stark alkoholisiert", sagt der Polizeisprecher. "Und er ist der Polizei aus früheren Einsätzen bekannt."
Gegen 14 Uhr gelangten die Kräfte dann ins Haus und nahmen ihn fest, ohne dass er Widerstand leistete. Der 52-Jährige wurde anschließend zur Prümer Inspektion gebracht. "Jetzt muss geklärt werden, ob er überhaupt Sprengstoff hatte", sagt Karl-Peter Jochem. Außerdem soll der Verhaftete ärztlich untersucht werden. Nach Stand der Dinge, sagt Jochem, sei zu erwarten, dass der Mann anschließend in eine Klinik gebracht werde, weil er sich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befinde. Was dem 52-Jährigen strafrechtlich droht, ist noch nicht bekannt. Die Ankündigung eines Verbrechens dürfte ihm aber vorgeworfen werden.
Einsatz vorüber, Ruhe in Prüm. Letzte Mitteilung des Polizeipräsidiums: "Die Ermittlungen dauern an."

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