"Ich lerne zu akzeptieren"

"Ich lerne zu akzeptieren"

Unheilbar krank. Die Diagnose kann jeden treffen. Jederzeit. In der dritten TV-Folge zum zehnjährigen Bestehen des Ambulanten Hospizdienstes Bitburg-Prüm am 17. August kommen noch einmal die direkten Kontaktpersonen unheilbar Kranker, Hospizhelfer und Angehörige, zu Wort (alle persönlichen Daten sind geändert).

Bitburg. Noch längst nicht ist hinreichend bekannt, was Hospizdienste leisten, wenn es um würdiges Sterben geht. Dass sie helfen, wo immer sie können, und alles tun, um seelische oder körperliche Qualen zu vermeiden oder zu lindern. Und das alles für Gotteslohn.

Für Herbert Hartmann endete nach langer Krankheit das Berufsleben vorzeitig. Auf der Suche nach etwas Sinnvollem erfuhr er vom Hospizdienst Bitburg-Prüm der Caritas Westeifel. Zuvor war er drei Jahre lang in verschiedenen Selbsthilfegruppen tätig.

Weil er die Begegnung und Auseinandersetzung auch mit der eigenen Endlichkeit nicht länger aufschieben wollte, wurde er Hospizhelfer. Schon viel geholfen habe ihm das Gespräch mit den Menschen in der Hospizgruppe. Als besonders prägend aber empfindet er die Begegnung mit den Sterbenden und deren Angehörigen. Zu erfahren, "wie nahe auch mir selbst das alles ist", mache dankbar dafür, (noch) leben zu dürfen.

Da war der Kranke, der in knapp zwei Stunden die angestaute Wut und Enttäuschung eines ganzen Lebens herausließ und sich dann freundlich verabschiedete. Des Helfers Freude auf weitere Begegnungen verflog. Da war auch der Patient mit dem Krebs im Endstadium, den er längere Zeit begleitete. Zusammen hatten sie viel gelacht, und das machte Mut. Doch vergebens. Hartmanns Resümee: "Auch wenn ich den Sinn hinter allem nicht so recht verstehe. Es ist so, wie es ist, und ich lerne zu akzeptieren."

Heiner Berends ist Ingenieur, 48 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Tod seines Vaters vor drei Jahren und Todesfälle im Bekanntenkreis haben ihm bewusst gemacht, dass "jedem immer etwas passieren kann". Seinen Teil an Hilfe wollte er beisteuern.

Berends über seinen ersten Einsatz: Große Nervosität und Beklemmung, Angst, etwas falsch zu machen, ins Gefüge der Familie einzugreifen, etwas Unpassendes zu sagen und dergleichen mehr. Aber es ging gut. Heute weiß er: Standardsituationen gibt es im Hospizdienst kaum. Gefragt sind vor allem Fingerspitzengefühl und Selbstständigkeit.

Und wie empfinden die Angehörigen? Was sagen sie? Nachstehend das Meistgehörte: Zu wissen, da ist jemand, der mir weiterhilft, den ich immer anrufen kann, ist ein beruhigendes Gefühl. Danke, dass Sie Zeit für unsere Nöte hatten und für notwendige Gespräche, dass Sie gehandelt und ausgehalten haben, dass Sie uns auf alles vorbereitet und uns viel Angst genommen haben...

Kontakt: Ehrenamtliche Hospizgruppe Bitburg-Prüm, Telefon 06561/9671-45. Spendenkonto: Kreissparkasse Bitburg-Prüm, Konto 41699 ( Hospiz), BLZ 58650030.

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