Kyll-Krokodil geht in den Niederlanden an Land

Kyll-Krokodil geht in den Niederlanden an Land

Das hautechte Krokodil aus Kyllburg, das Scherzkeks und Campingplatzpächter Roger Diederen am Mittwoch in den Fluten der Kyll fotografiert hat (der TV berichtete), befindet sich nach TV-Informationen mittlerweile in den Niederlanden.

Foto: Foto: Camping Kyllburg
Foto: Camping Kyllburg
Foto: Foto: Camping Kyllburg

"Ich beobachte gerade die Kyll und irgendetwas knabbert an meinen Füßen", schrieb Roger Diederen, Pächter des Campingplatzes in Kyllburg (Verbandsgemeinde Bitburger Land), am Mittwoch auf der Facebookseite des Campingplatzes. Dazu hatte er drei Fotos veröffentlicht. Darauf zu sehen: Ein hautechtes Krokodil, etwa 60 Zentimeter lang, das an einem regnerischen Märztag am Ufer des Flusses lauert. Der TV löste den Scherz, der durch das soziale Netzwerk Facebook geisterte, auf.

Doch viele Betrachter gingen den Bildern des hervorragend in Szene gesetzten Scherzartikels auf den Leim. "Das kann doch nicht wahr sein!" oder "Krass, oder?": So kommentierten die Leser den TV-Beitrag zum "Kyll-Krokodil" auf der Facebookseite der TV-Lokalredaktion Bitburg. Kein Wunder, denn besser als mit einem ausgestopften Krokodil hätte man den Gag nicht inszenieren können. "Ich habe gestern unzählige Anrufe von Campingplatzkunden aus verschiedenen Ländern bekommen", sagt Roger Diederen, Pächter des Campingplatzes, der sich den Scherz erlaubt hat.

Der Niederländer hatte das Deko-Krokodil 2008 in der Gaststätte des Campingplatzes entdeckt, als er den Betrieb pachtete. "Meine Kunden fanden die Aktion sehr lustig. Gestern musste ich zweimal mein Handy aufladen, weil ich so viel telefoniert habe. Die Leute haben aus den Niederlanden, Belgien und England angerufen und sich für den guten Scherz bedankt. Ich hätte nie gedacht, dass das Kroko so viel Aufmerksamkeit bekommt", sagt Diederen. In der Tat: So viel Aufmerksamkeit wie am Mittwoch hat das ausgestopfte Reptil wahrscheinlich selbst zu Lebzeiten nicht bekommen. Das "Kyll-Krokodil" mutierte am Mittwoch zum wahren Medienstar der Region. Allein der TV-Bericht über diesen Gag, der auch für einen ordentlichen Aprilscherz getaugt hätte, erreichte bei Facebook 46.000 Menschen. Doch das Kyll-Krokodil ist ein scheues und bescheidenes Wesen. Statt sich in seinem medialen Erfolg zu sonnen, hat es das Weite gesucht.

"Mein Vater hat es im Auto mit nach Holten in die Niederlande genommen, weil er das Tierchen so lustig findet", erklärt Diederen das plötzliche Verschwinden des Kyllburger Medienstars. Dort angekommen, hat Diederens Vater das Reptil sofort in den Vorgarten gesetzt und ein Foto (siehe Bild oben) an die TV-Redaktion geschickt. Die Gaststätte des Kyllburger Campingplatzes zieren nun bloß noch zwei ausgestopfte Marderhunde sowie ein präparierter Habicht.