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Nachbarn reinigen ihr Wasser gemeinsam

Nachbarn reinigen ihr Wasser gemeinsam

Wallendorfs Abwasser wird künftig von einer biologischen Kläranlage gereinigt: Diese ist auf luxemburgischer Seite neu errichtet worden und wird heute eingeweiht. Angeschlossen sind auch die luxemburgischen Orte Moestroff, Reisdorf, Bigelbach und Wallendorf-Pont. Kosten für das gemeinsame Projekt: Insgesamt 9,4 Millionen Euro.

Reisdorf/Wallendorf. Sauberes Wasser auf beiden Seiten der Grenze: Die internationale biologische Kläranlage Reisdorf-Wallendorf soll zukünftig das Abwasser von fünf Gemeinden klären: die luxemburgischen Orte Moestroff, Reisdorf, Bigelbach, Wallendorf-Pont sowie Wallendorf auf deutscher Seite.

Spatenstich war im Mai 2009. Seitdem ist die komplette Anlage auf 2500 Quadratmetern entstanden, an die die Ortschaften in den nächsten Wochen angeschlossen werden sollen. Bereits mit dem Abwasserwerk verbunden ist bisher nur die Gemeinde Reisdorf. Mit der Planung waren sowohl luxemburgische als auch deutsche Firmen beauftragt.
9,4 Millionen Euro kostet das Gemeinschaftsprojekt insgesamt. Davon hat die Verbandsgemeinde (VG) Irrel 1,1 Millionen Euro zu tragen. 740 000 Euro dieser Summe werden über einmalige Beiträge finanziert, die von den Wallendorfer Einwohnern erhoben werden. Der luxemburgische Abwasserverband Siden übernimmt 1,16 Millionen Euro.
Gefördert wird das Projekt vom Umweltministerium mit zwei Millionen Euro und vom Wasserwirtschaftsfonds Luxemburg mit 4,22 Millionen Euro. Da die Kläranlage die Voraussetzungen für das EU-Programm Interreg IV A erfüllt - sie ist grenzüberschreitend und hat eine Verbesserung der Wasserqualität der Sauer zum Ziel - wird das Projekt auch aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit weiteren 920 000 Euro gefördert.
Wallendorfs alte Kläranlage, die 1961 erbaut worden ist, war in die Jahre gekommen. "Die Kläranlagen auf deutscher und auf luxemburgischer Seite mussten erneuert werden, und zwar zum gleichen Zeitpunkt", erklärt Michael Stiren von den Südeifelwerken Irrel. "Da hat man sich zusammengesetzt, um zu schauen, ob sich eine gemeinsame Lösung finden lässt."
Die gemeinsame Lösung wurde nicht zuletzt deshalb favorisiert, weil sie sich als die billigere erwiesen hat: Eine Jahreskostenberechnung zeigt, dass diese beim Projekt Reisdorf-Wallendorf bei rund 326 000 Euro liegt, während eine Einzelkläranlage in Wallendorf teurer geworden wäre (rund 391 000 Euro).
"Mit dem Projekt schließt sich für die VG Irrel aber auch ein Kreis", erklärt der Bürgermeister der VG Irrel Moritz Petry. "Denn wir legen viel Wert auf die deutsch-luxemburgischen Beziehungen. Und mit der gemeinsamen Kläranlage in Echternach haben wir auch gute Erfahrungen gemacht."
Bürger können am Tag der offenen Tür, voraussichtlich am Samstag, 7. Juli, die Kläranlage besichtigen.Extra

Das Abwasser muss zunächst über Pumpwerke der Kläranlage zugeführt werden. Nach einer mechanischen Vorreinigung, bei der das Abwasser durch einen Rechen sowie einen Sand- und Fettfang geleitet wird und so von gröberen Stoffen befreit wird, fließt es dann in das Belebungsbecken. Hier werden unter Luftzufuhr die organischen Verschmutzungen durch Bakterienkolonien abgebaut. Die biologische Abwasserreinigung endet dann im Nachklärbecken, wo der Schlamm vom Wasser getrennt wird, das dann in die Sauer abfließen kann. "Dieses Verfahren ist besonders energieeffizient", sagt Ingenieur Roland Schaack. eib