Neue Schläge zum Vorzugspreis

Neue Schläge zum Vorzugspreis

IDENHEIM. (har) Neue Wege, größere Schläge (zusammenhängende Fläche, die einheitlich mit einer Kultur bebaut werden) und endlich richtige Abgrenzungen. Das in Idenheim angelaufene Flurbereinigungsverfahren wird vom Großteil der Landbesitzer begrüßt.

Die Stimmung bei den ersten Versammlungen bei Flurbereinigungen ist oft ein wenig aufgeheizt - der auf Grundstückseigentümer zukommenden Kosten wegen. In Idenheim war höchstens die Temperatur im Versammlungsraum erhöht. Spätestens bei der Bekanntgabe der zu erwartenden Kosten war die Angst auch beim letzten der rund 70 Zuhörer verflogen. "Wir rechnen mit Kosten von rund 90 Euro pro Hektar Land. In der Ortslage werden wahrscheinlich zehn Cent pro Quadratmeter anfallen", sagte Edgar Henkes, Gruppenleiter Bodenordnung beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel. Diese von den Grundstückseigentümern zu erbringenden Kosten sind nach Ansicht von Hartmut Schmidt, Abteilungsleiter "Landentwicklung und Ländliche Bodenordnung" beim DLR, sehr gering. Im Gespräch mit dem TV sprach er von Kosten von bis zu 400 Euro in anderen Verfahren. Durchschnittlich liege der Wert bei rund 200 Euro. Der Grund für die relativ niedrigen Beiträge und für die Tatsache, dass es überhaupt Flurbereinigung im Bereich Idenheim/ Idesheim gibt, ist der Bau einer dritten Spur für die B 51 im Bereich vom Helenenberg zur Meilbrück (der TV berichtete). Für die Straße muss unter anderem Land für den Bau der Fahrbahn, den Bau eines befestigten Wirtschaftsweges und für Ausgleichsflächen beschafft werden. Viel wichtiger jedoch: Die Straße muss neu vermessen werden. Schließlich gibt es nur ein Urkataster aus den Jahren 1857/ 58. Und das ist fehlerhaft und in die Jahre gekommen. Durch Teilungen sind außerdem Gewanne in viele Kleinfelder aufgesplittert. Vermutlich 500 000 Euro für Wegebau notwendig

Weshalb eine Flurbereinigung gerade von Vorteil für die Landwirtschaft ist, demonstrierte Wolfgang Altenhöfer vom DLR. In einer Fragebogenaktion kam heraus, dass die durchschnittliche Schlaggröße in Idenheim bei Äckern rund 1,9 Hektar beträgt, beim Grünland sind es rund 1,5 Hektar. "Angestrebt werden Schlaggrößen von fünf bis zehn Hektar", sagte Altenhöfer. Gelänge es durch die Flurbereinigung, die Schläge auf fünf Hektar zu vergrößern, ergebe das jährliche Einsparungen von 60 Euro pro Hektar. Um solche Flächen später zu bekommen, müssen zudem neue Wege angelegt und andere Verbindungen im Gegenzug renaturiert werden. Da das Wegenetz in Idenheim derzeit nicht im besten Zustand ist, müssen laut DLR vermutlich allein rund 500 000 Euro in den Wegebau investiert werden. Das ist knapp die Hälfte der geschätzten 1,08 Millionen Euro, die die Flurbereinigung vermutlich kostet. Neben der üblichen Förderung durch den Staat, zahlt auch der Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) Trier insgesamt 172 000 Euro für das Verfahren. Zusammen mit dem vom Umfang kleineren Verfahren Idesheim - dort übernimmt der LSV 128 000 Euro - beteiligt sich der Landebetrieb mit 300 000 Euro. Diese Summe entspricht dem Betrag, den der Landesbetrieb dann hätte anwenden müssen, wenn die für ihn notwendigen Vermessungsarbeiten nicht im Rahmen der Flurbereinigungen vorgenommen würden. Sollen die Idenheimer auch rund 90 Euro pro Hektar Land und zehn Cent pro Quadratmeter in der Ortslage zahlen, so kommen die Nachbarn aus Idesheim noch günstiger weg. Beteiligt am Flurbereinigungsverfahren sind alle Eigentümer und Erbbauberechtigten der Grundstücke im Umlegungsgebiet. Diese Teilnehmer bilden gemeinsam Teilnehmergemeinschaft, die einen Vorstand wählt. Um jeden Teilnehmer mit Land oder Geld im gleichen Wert abfinden zu können, muss erst der Wert der bisherigen Flurstücke bestimmt werden. Im Nachbardorf findet am heutigen Donnerstag, 19.30 Uhr, Gasthaus Dockendorf, die Aufklärungsversammlung für das Flurbereinigungsverfahren Idesheim statt. Zehn Cent pro Quadratmeter in der Ortslage sollen auch dort anfallen. Die Experten des DLR gehen aber dafür davon aus, dass Landbesitzer in Idesheim 35 Euro Quadratmeter zahlen müssen.