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Pionier des Seniorensports

Pionier des Seniorensports

Ein Stadtkyller Urgestein -aber eins von großer Beweglichkeit: Willy Meyer, erfolgreicher Sportler und viele Jahre lang kommunalpolitisch tätig, feiert heute seinen 90. Geburtstag.

Stadtkyll. (red/fpl) Dass Willy Meyer die 90 schaffen würde, war eigentlich nie die Frage: Schließlich hat er in seiner aktiven Zeit als Langstreckensportler schon größere Distanzen hinter sich gebracht, Läufe über 100 Kilometer zum Beispiel.

Willy Meyer ist ein Pionier des Ausdauersports in der Eifel. Dabei war er bereits jenseits der 50, als er seine Leidenschaft für das Laufen entdeckte. Bis ins hohe Alter war er auf den Beinen und feierte zahlreiche Erfolge: als mehrfacher Landesmeister, als "Deutschlands schnellster Postbote" und 1983 in der Klasse M 60 als Deutscher Vizemeister im 20-Kilometer-Straßengehen. Auch den Lauf von Bonn nach Berlin aus Anlass des Hauptstadtwechsels machte er mit. Sein Sport führte ihn außerdem nach Split, nach Rom und in andere europäische Städte.

Seinen letzten Marathonlauf absolvierte er mit 82 Jahren 2003 in Köln - selbstverständlich als Sieger in seiner Altersklasse. Und er blieb weiter auf Achse: Mit seinen Schützlingen von der Walking-Gruppe des Kneipp-Vereins war er noch bis 2005 mehr als 1600 Mal unterwegs. Und weil ihm beim Sport nur selten die Luft ausging, erfuhren die Mit-Walker auf diesen Touren so einiges über die Stadtkyller Ortsgeschichte.

Meyers Engagement beschränkte sich allerdings nicht nur auf den Sport: Er erwarb sich Verdienste als Mitglied der freiwilligen Feuerwehr von 1938 bis 1981, als Schiedsrichter für den Sportverein von 1955 bis 1975 oder in der Kommunalpolitik als Mitglied des Orts- und Verbandsgemeinderats zwischen 1969 und 1979. Als Briefträger ging er in den meisten Stadtkyller Haushalten ein und aus und soll dabei auch manche Suppe vor dem Anbrennen gerettet haben.

Heute wird der mehrfache Urgroßvater, der mit seiner Frau Emma 2007 diamantene Hochzeit feierte, 90 Jahre alt. Es gratulieren Nachbarn, Freunde und eine von der Eifel bis nach Kanada reichende Familie. Besucher und Gratulanten sollten damit rechnen, dass sie ein paar gute Geschichten zu hören bekommen.