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Schloss (immer noch) zu verkaufen

Schloss (immer noch) zu verkaufen

Schon seit 20 Jahren versucht die Verbandsgemeinde Kyllburg, Schloss Malberg zu verkaufen. Bisher ohne Erfolg und das, obwohl es allein 2008 rund 50 Interessenten gab. Derzeit laufen Gespräche mit einem Niederländer, der das Schloss zu einem Luxushotel ausbauen möchte.

Malberg. Viele Menschen machen seinetwegen einen Umweg, und sie werden nicht enttäuscht. Majestätisch thront Schloss Malberg auf einem befestigten Hügel oberhalb des kleinen Ortes und regt romantische Gemüter zum Träumen an. Romantische Gemüter und in letzter Zeit auch niederländische Hoteliers.

Während die Romantiker sich fragen mögen, wer einst durch die Prunksäle und Gärten des Schlosses wandelte, fragen sich die Hoteliers, wie viel es kosten mag, in den unzähligen Zimmern Heizungen einzubauen, Kabel zu ziehen, Fußböden zu verlegen, Wände zu verputzen, Stuck zu restaurieren, alte Holztüren herzurichten oder Bäder zu fliesen

All dies müsste zweifellos getan werden, bevor aus dem Schloss ein Luxushotel wird. Eine Nutzung, über die derzeit intensiv nachgedacht wird. Denn ein niederländischer Investor hat ernsthaftes Interesse daran bekundet, das finanzielle Sorgenkind der Verbandsgemeinde Kyllburg zu übernehmen. Weil sein Konzept darüber hinaus vorsieht, noch weitere Gebäude in Malberg und Kyllburg zu kaufen und zu sanieren, hat es den derzeitigen Schlossbesitzern im Kyllburger Rathaus besser gefallen als andere Konzepte.

Ob aus diesen Investorenträumen allerdings Realität werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Zum einen ist der letzte Termin mit dem potenziellen Investor geplatzt. Zum anderen versucht die Verbandsgemeinde schon seit 1989, das Schloss zu verkaufen. Allein 2008 gab es 50 Interessenten. Bislang ohne Ergebnis - und das liegt nicht nur an den Kosten. Der Preis, der für das riesige Ensemble mit seinen rund 2500 Quadratmetern "Wohnfläche" verlangt wird, ist mit 600 000 Euro überraschend niedrig. Als dieser Preis festgelegt wurde, handelte es sich um ein Zehntel dessen, was bis dahin in die Erhaltung des Gebäudes investiert worden war - jenen Anteil nämlich, den die Verbandsgemeinde (VG) getragen hatte. Inzwischen sind aus VG-, Landes- und Bundesmitteln insgesamt fast acht Millionen Euro ins Schloss geflossen. Und Bürgermeister Bernd Spindler schätzt, dass Investoren ebensoviel nochmals hineinstecken müssten. Doch das ist nicht das einzige Problem. "Das ist kein Einfamilienhaus", sagt Spindler. An einen Verkauf seien viele Bedingungen geknüpft. Ganz oben auf der Liste steht der Denkmalschutz, knapp gefolgt vom Brandschutz.

Da jage ein Gespräch mit den Fachreferaten das nächste. Dennoch hofft Spindler, dem Verbandsgemeinderat noch in der ersten Jahreshälfte einen Entscheidungsvorschlag für den Verkauf unterbreiten zu können. Denn auch wenn er nicht vorhat, weiter in das Schloss zu investieren, so kostet alleine seine laufende Unterhaltung rund 25 000 Euro jährlich. Da bringt das Kleinod wohl auch nüchtern denkende Lokalpolitiker zum Träumen: den Traum vom passenden Investor.