Viel cooler als Poker

Su spillt mer möt Studente! Hab ich früher immer wieder gehört, wenn mich, den arg- und ahnungslosen angehenden Akademiker, ein Mit-Eifeler beim Skat oder Tuppen über den Tisch gezogen hat. Tuppen, Siwweschröm, Siwwe Schräm und wie das Spiel, von Dorf zu Dorf unterschiedlich, auch heißen mag: Es ist ein Eifeler Klassiker.



Erstmal zum Begriff: Tuppen, das kommt vom französischen duper, düpieren also, und hat natürlich viel mit Be-Tuppen zu tun: einen übers Ohr hauen. Darin, also NUR im Spiel (uff!), ist der Eifeler unübertroffen. Und was er dabei für ein verschlossenes Pokerface aufsetzen kann - herrlich. Deshalb nennt man das Spiel auch Eifelpoker, obwohl es viel cooler ist als das Ami-Pendant. Eigentlich müsste es genau andersrum sein: Poker sollte American Tupping genannt werden.

Den Einsatz erhöht man, indem man auf den Tisch tuppt beziehungsweise: kloppt. "Isch kloppen zwei!" In Ulmen spielen sie jährlich die Rheinlandmeisterschaften im Siwwe Schräm aus - was bei der begrenzten Verbreitung des Tuppens einer Weltmeisterschaft gleichkommt.

Die Schröm/Schräm sind Striche, die für verlorene Spiele aufgeschrieben werden. Wer sieben davon auf seinem Zettel hat, hat die Runde verloren.

Schröm, Schräm, Schriem - ein mehrdeutiges Wort: Es steht auch für Schmisse, Streiche, Schrunden: Hat einer die Visage lädiert, hat er Schröm im Jesicht.

Eigentlich wollte ich aber auf die Studenten aus dem Einleitungssatz hinaus: Studenten, das darf man heute auch schon nicht mehr sagen, das sind jetzt alles "Studierende". Wahrscheinlich, weil "Studenten" zu männlich klingt. Kann ja sein. "Studierende" aber klingt läppsch: So, als würden die tatsächlich die ganze Zeit studieren. Und nicht zwischendurch ordentlich einen tuppen oder verlöten gehen. Oder was auch immer.

Ich jedenfalls fühl mich da betuppt. Et jit net jerannt.