Vom Farbenreichtum einer Orgel

Vom Farbenreichtum einer Orgel

PRÜM. (red) Regionalkantor Andreas Cavelius aus Krefeld, Gastorganist des Prümer Basilikakonzerts am Sonntag, hatte Orgelmusik aus Italien, Deutschland und Frankreich mitgebracht.

Er eröffnete das Konzert mit dem selten zu hörenden "Thema und Variationen cis-moll op. 115" des Italieners M. E. Bossi. Schon in den ersten Minuten bemerkte man, wie wohl sich der Interpret an der Prümer Orgel fühlte: Cavelius gelang es in eindrucksvoller Manier, den Farbenreichtum der Orgel den Zuhörern in den einzelnen Variationen vorzustellen. In der grandiosen Passacaglia c-moll, BWV 582, führt J. S. Bach die altüberlieferte Kunst der Ostinato-Variation zu einem schlechthin unüberbietbaren Höhepunkt. Das berühmte Werk beginnt mit einem acht Takte langen Bass-Thema, dem 20 Variationen mit einer abschließenden Fuge folgen, die Cavelius stilsicher und mit hoher Registrierkunst darzustellen wusste. Typische Klänge französischer Orgelmusik

Wie sehr sich die Prümer Orgel immer wieder auch für die französische Orgelsinfonie eignet, zeigte sich am 40-minütigen Hauptwerk des Konzerts, der 1. Symphonie D-Dur von Louis Vierne. Mit hoher Musikalität und Virtuosität interpretierte Cavelius dieses sechssätzige Monumentalwerk. Hier konnte der Zuhörer viele typische Klänge der französischen Orgelmusik genießen: die wunderbaren Grundstimmen im "Prelude", den Dialog zwischen Oboe und Flute harmonique der "Pastorale" oder die herrliche "Schwebung" im "Andante". Mit dem mitreißenden "Finale" setze Cavelius einen großartigen Schlusspunkt unter das Konzert, das die Zuhörer mit begeistertem Applaus honorierten. Das nächste Basilikakonzert ist am Sonntag, 1. Oktober, 17 Uhr. Auf dem Programm steht das Jazz-Oratorium "Adam - die Suche nach dem Menschen" von Gregor Linßen für Soli, Chor und Band unter Mitwirkung des Komponisten.

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