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Mit Gemälden und kreativem Handwerk gegen leere Läden

Viel Andrang beim Kunststraßen-Projekt in Kyllburg. TV-Foto: Jörg Rossler
Viel Andrang beim Kunststraßen-Projekt in Kyllburg. TV-Foto: Jörg Rossler
Kyllburg. Mit einer "bunten Vernissage" ist in Kyllburg der zweite Kunstzyklus für dieses Jahr eröffnet worden. Im Mittelpunkt stehen Werke niederländischer Künstler. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August in Kyllburg zu sehen.

Kyllburg. Kunst und Kunsthandwerk gehen in Kyllburg ganz einfach Hand in Hand. Während vor den Häusern rund um den Kyllburger Marktplatz Kunsthandwerker ihre Stände vor dem Regen mit Zelten schützten, führte Erik Westen eine Gruppe von Kunstfreunden durch die Häuser und Ladenlokale, die sich bis zum 30. August als Ausstellungsräume entlang der Hochstraße präsentieren. Gäste und Künstler begutachteten die Werke, angeleitet von Kurator Westen.
Werke von elf niederländischen Künstlern hat Westen zusammengetragen, um sie in Kyllburg zu präsentieren. Dieser zweite Ausstellungszyklus in diesem Jahr wurde mit einem Straßenfest, dem Kunsthandwerkermarkt und einer Vernissage eröffnet. Bis Ende August werden die unterschiedlichen Arbeiten der Künstler noch in der Hoch- und Bahnhofstraße zu sehen sein.
"Pünktlich zur Eröffnung sind die letzten Tropfen vom Himmel gefallen", sagte Kyllburgs Stadtbürgermeister Wolfgang Krämer und freute sich, dass nach eigenen Angaben trotz der schlechten Wetteraussichten so viele Menschen gekommen waren.
Zu sehen bekommen die Besucher abstrakte Malerei oder Bilder, auf denen der Mensch während seiner täglichen Beschäftigung festgehalten wurde. Acryl auf Leinwand, Ölgemälde oder Kunst aus Treibholz wechseln sich mit Skulpturen aus Naturstein oder Filzkunst ab.
Die Kunsthandwerker bieten derweil ihre Waren an. Schmuck, Handgefertigtes, wasserspeiende Skulpturen und mehr wurden angeboten. "Es ist ein buntes Fest", sagt Ina Froitzheim, die gerade Handzettel verteilt. Froitzheim wird Anfang Juli in Kyllburg eine biografische Schreibwerkstatt veranstalten. Dazu rührt sie nun kräftig die Werbetrommel.
Wie der aktuelle Kunstzyklus gehört auch die Schreibwerkstatt zur Kyllburger Offensive gegen Leerstand, einer bürgerlichen Initiative, die mit Kunst und Kultur in Kyllburg gegen die drohende "Geisterstadt" kämpft.
Laut Bürgermeister Krämer ist der Ort auf dem richtigen Weg. "Ich glaube, wir haben die Talsohle durchschritten, und jetzt geht es langsam aufwärts", sagt Krämer. Damit das so bleibt, wird weiter mit Kunst und Kultur gegen den Leerstand gefochten, so dass bald wieder mehr Leben in Bahnhof- und Hochstraße einziehen wird. jör