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Freizeit
Riesenrad, Riesenspaß, Riesenumsatz

Zehntausende Besucher tummelten sich in diesem Jahr auf der St.-Anna-Kirmes in Gerolstein.
Zehntausende Besucher tummelten sich in diesem Jahr auf der St.-Anna-Kirmes in Gerolstein. FOTO: Vladi Nowakowski
Gerolstein. Mehrere zehntausend Menschen haben die traditionelle St.-Anna-Kirmes in Gerolstein besucht. Die Hauptattraktion des Volksfests war das Riesenrad. Von Vladimir Nowakowski

Eine „richtige“ Kirmes braucht einfach ein Riesenrad, heißt es von Seiten vieler der Besucher: „Alleine schon deshalb, weil es im Dunkeln so toll beleuchtet ist.“ Dass die 38 Meter hohe Attraktion der St.-Anna-Kirmes auf dem Parkplatz vor dem Rondell steht und nur mittels Fußgängertunnel oder Straßenüberquerung erreichbar ist, stört niemanden. Zumal sich weitere Angebote auf dem Parkplatz dazugesellt haben: eine Kinder-Achterbahn und Trampoline, die von den Kids belagert werden. „Selbstverständlich fehlen nun Parkplätze in unmittelbarer Nähe“, sagt Hans Peter Böffgen von der TV Gerolsteiner Land. „Doch das hat sich in den Besucherzahlen nicht negativ niedergeschlagen. Im Gegenteil.“

Jahrelang hätten sich die Organisatoren vergebens bemüht, ein Riesenrad zur Gerolsteiner Kirmes zu holen. „Und dann ruft tatsächlich ein Schausteller an, aus Rostock und knappe drei Monate vor Kirmesbeginn“, erzählt Böffgen. „Wir haben ihn zunächst gefragt, ob er überhaupt wisse, wo Gerolstein liegt.“

Der weite Weg von Deutschlands Ostseeküste bis in die Eifel sei nicht das Problem gewesen, „doch er wollte nicht allein auf dem Rondell-Parkplatz stehen, das mache für ihn keinen Sinn.“ So seien gleich drei neue Fahrgeschäfte zu integrieren gewesen. Insgesamt kamen rund 40 Aussteller in die Brunnenstadt. „Wir hoffen, dass wir das Riesenrad auch in Zukunft anbieten können“, sagt der TW-Geschäftsführer. „Voraussetzung ist, dass der Betreiber mit seinen Einnahmen zufrieden ist.“ Falls ja, werde die Anna-Kirmes wachsen und auch in den kommenden Jahren auf den Rondell-Parkplatz ausgeweitet werden müssen. „Aber ob wir den Parkplatz auch zukünftig blockieren dürfen, müssen wir zunächst mit der Stadt besprechen.“

Dank des optimalen Wetters von Freitag bis Montag seien Zehntausende zur Kirmes gepilgert. „Abends war es gedrängelt voll.“ Besonders den Getränkeständen hätten die hohen Temperaturen ein Plus an Einnahmen gebracht, bereits etabliert seien die Live-Musik-Bühne, Essens- und Getränkepavillons auf der Bahnhofsbrücke, die über das Kirmesgelände führt. „Die Brücke beziehen wir inzwischen im vierten Jahr mit ein, das ist eine feste Institution“, sagt Böffgen. Auch die parallel veranstalteten Märkte am Freitag, Samstag und Sonntag seien sehr gut besucht gewesen, berichtet Hans-Herrmann Grewe, der Vorsitzende des Gewerbevereins: „Alle Händler sind zufrieden.“

Der letzte Abend mit dem Abschlussfeuerwerk zieht noch einmal Tausende Besucher nach Gerolstein, auf der dem Rathaus gegenüberliegenden Seite der Kyll laufen seit dem Nachmittag die Vorbereitungen für das Spektakel. „Rund zehn Minuten wird das Feuerwerk dauern“, verspricht Patrick Reuter von der Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach und baut mit seinem Team unzählige Metallrohre auf, die mit dem explosiven Gut gefüllt werden. „Heute werden wir etwa 65 Kilogramm Schwarzpulver und 500 Kilogramm an Effekten in die Luft ballern“, sagt er.

Insgesamt 40 Aussteller haben ihre Fahrgeschäfte aufgebaut. Essens- und Getränkepavillons rundeten das Angebot ab.
Insgesamt 40 Aussteller haben ihre Fahrgeschäfte aufgebaut. Essens- und Getränkepavillons rundeten das Angebot ab. FOTO: Vladi Nowakowski
Das 38 Meter hohe Riesenrad war die Hauptattraktion.
Das 38 Meter hohe Riesenrad war die Hauptattraktion. FOTO: Vladi Nowakowski