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Bürger setzen sich für Nationalpark ein

Ehrenamtlich Aktive des Neuhüttener Bürgerbüros mit ihrem Gast, Umweltministerin Ulrike Höfken (Dritte) von rechts). Im Hintergrund Ortsbürgermeister Peter Kretz (Dritter von links). TV-Foto: Ursula Schmieder
Ehrenamtlich Aktive des Neuhüttener Bürgerbüros mit ihrem Gast, Umweltministerin Ulrike Höfken (Dritte) von rechts). Im Hintergrund Ortsbürgermeister Peter Kretz (Dritter von links). TV-Foto: Ursula Schmieder
Neuhütten. Im Rahmen der ersten Demografiewoche des Landes hat eine Info-Veranstaltung in Neuhütten Chancen eines möglichen Nationalparks Hochwald aufgezeigt. Ein Schwerpunkt: Wie können sich Menschen einbringen? Ursula Schmieder

Neuhütten. Etwas neu erfinden müssten die Bürger der Gemeinde Neuhütten-Muhl nicht. Sie haben längt vorgemacht, wie Dörfer dank ehrenamtlichem Engagement aufblühen können. Ihr Bürgerbüro, die Initiative Macht-Mit oder die Dorf-Zeitung, die sich während der Naturparkdebatten als Informations- und Diskussionsplattform bewährte, sind echte Vorzeigeprojekte. So tolle Aktivitäten seien in ihrem Heimatort bisher noch nicht entwickelt worden, würdigte Umweltministerin Ulrike Höfken. Sie war Gast der Info-Veranstaltung "Ehrenamtsstrukturen in der Nationalparkregion" von Gemeinde und Mehrgenerationenhaus Hermeskeil.
Aussichtsreicher Kandidat


Anlässlich der ersten Demografiewoche des Landes stellte Ortsbürgermeister Peter Kretz das lebendige Dorf und seinen ureigenen und sehr engagierten Weg "von der Idee bis heute" vor. Und Uschi Wihr vom Demenzzentrum Trier sensibilisierte für einen "menschenwürdigen Umgang mit Demenz".
Höfken hielt die Notwendigkeit vor Augen, dem Rückgang der Bevölkerung aktiv etwas entgegen- zusetzen. Die Bürger von Neuhütten-Muhl hätten das früh erkannt und sich aufgemacht, den Wandel positiv zu beeinflussen. Gleichzeitig seien sie bestrebt, Ziele wie den Schutz der Natur mit dem der Bewahrung lebendiger Dörfer in Einklang zu bringen. Ein Nationalpark in der Region werde dazu mit beitragen können. Zum einen dank Förderprogrammen von Land, Bund und EU. Zum anderen dank des Bürgerbeteiligungsprozesses, ein auch vom Land neu gegangener Weg. Als wesentliches Ziel nannte Höfken, "diese Gemeinsamkeit zu entwickeln, die sie hier in Ihrem Dorf schon haben". Wichtig sei, als Region nach einer gemeinsamen Perspektive zu suchen. Dafür sei es unverzichtbar, sich auszutauschen und sich über Verwaltungsgrenzen hinweg kennenzulernen. Als Beispiele für Chancen innerhalb eines Nationalparks nannte sie den Ausbau von Straßen und Internetverbindungen sowie den des öffentlichen Verkehrsnetzes. Abgesehen davon könnten Naturwissenschaften mit Leben gefüllt werden. Bestärkt darin fühlt sie sich durch den Umgang von Kindern "mit dem Naturraum". Die vorherige Aufführung des Kindergartens Neuhütten-Züsch sei dafür ein schönes Beispiel. Sie zeigten ein Stück über Tiere im Wald, das auf einem Kinderbuch "Im Käferland" von Joachim Stolz aus Muhl basiert. Für Höfken ist die Hochwaldgemeinde ein aussichtsreicher Kandidat für die vom Land geplanten Modelldörfer: "Neuhütten könnte sicher eines sein", sieht sie mit Blick auf das nahe Umweltcampus Birkenfeld auch Chancen für erneuerbare Energien.
Die Veranstaltung lockte, obwohl während der Woche an einem Nachmittag, 80 Bürger. Einige von ihnen haben sich intensiv mit dem Thema Nationalpark beschäftigt und sehen eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen.Extra

Claudia Paulus wünscht sich, auch für den Saar-Hunsrück-Steig, mehr Übernachtungsmöglichkeiten. Außerdem könnten Bürger Themenwanderungen anbieten und die Gemeinde unterstützen, indem sie mit anpackten bei Veranstaltungen oder Projekten. Bernd Schmitt will gezielt informieren. Viele Leute wüssten nur wenig über Vor- und Nachteile eines Nationalparks. Langfristig sei ehrenamtliches Engagement gefragt, um die Entwicklung des Areals zu verfolgen: Welche Tiere und Pflanzen siedeln sich an? Wo gibt es Quellen, die kartiert werden sollten?und Wo sollten Fichten zugunsten wertvoller Feuchtgebiete, Lebensraum seltener Arten, weichen? Bachpaten können Gewässerqualität prüfen und Kinder sensibilisieren für die Natur und dafür, dass Tiere Nistkästen und Wildbienen Nahrung brauchen. Ehrenamtliche könnten Streuobstwiesen pflegen, Bäume und Sträucher pflanzen, Kräuterspiralen bauen. Vor der Haustür ließe sich viel verbessern: mehr Blumen, mehr Platz für Vögel, mehr regenerative Energien. urs