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"Gott wird ihn sicher strafen"

Idyllisch gelegen und als Ausflugsziel beliebt: Die Kappelle auf dem Erzberg bei Hermeskeil.Foto: Friedhelm Knopp
Idyllisch gelegen und als Ausflugsziel beliebt: Die Kappelle auf dem Erzberg bei Hermeskeil.Foto: Friedhelm Knopp
HERMESKEIL. Viele Menschen in Hermeskeil sind über die Schändung der Erzbergkapelle und die Zerstörung der nahe gelegenen Gethsemane-Gruppe schockiert. Von unserem Redakteur <br>FRIEDHELM KNOPP

Wie berichtet, war das idyllisch gelegene kleine Gotteshaus am Wochenende zweimal von einem oder mehreren Tätern beschädigt und auf ekelhafte Weise verdreckt worden ( TV vom Dienstag)."Die Leute sind erschüttert", sagt Dechant Otfried Stertenbrink von der katholischen Gemeinde Hermeskeil, der die Kapelle gehört. Rund 80 Gläubige seien am Sonntagnachmittag zur traditionellen Maiandacht an die Kapelle gekommen und haben dann fassungslos davor gestanden. Nach Angaben des Dechants war das Ausmaß der Verunreinigungen noch größer, als im Polizeibericht gemeldet. Mitten auf dem Altar sei sogar die Notdurft verrichtet worden."Nein, Kinder waren das nicht", sagt Stertenbrink. Da sei eher einer am Werk gewesen, "der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat".Am Sonntag zur Andacht gekommen war auch eine ältere Hermeskeilerin, die ihren Namen nicht genannt haben will. Die Frau: "Für uns und für viele andere Hermeskeiler ist der Erzberg ein besonderer Ort. Der Kelte Hermani Celede soll sich dort zunächst niedergelassen haben, bevor er dann Hermeskeil gründete."Schon öfter sei es an der Erzbergkapelle zu kleineren Beschädigungen gekommen, aber "so etwas hat es noch nie gegeben - da geht's in mir hoch." Wer sich an so etwas auf diese Art vergreife, den dürfe der Herrgott eigentlich nicht ungestraft lassen. "Gott wird ihn sicher strafen", sagt die erschütterte Frau. Auch der Hermeskeiler Karl Kratz hatte an der Andacht teilnehmen wollen. Er schildert, was dann geschah: "Zunächst hatten wir uns an der Kapelle versammelt, dann fiel uns auf, dass die etwas entfernt am Waldrand stehende Gethsemane-Gruppe zerstört war und jemand mit großer Gewalt die Schieferplatten am Kappelleneingang herausgerissen hatte." Die Leute haben einfach entsetzt dagestanden - zumal ihnen erst nach und nach das ganze Ausmaß der Schändungen bewusst geworden sei.Wer das getan haben könnte? Kratz hat seine Vermutungen, stellt die Verbindung zu Vandalismusfällen im Bereich des Bahnhofs Hermeskeil her. Aber es sind halt nur Vermutungen. "Das wird wohl nie herauskommen", befürchtet Alois Eiden, der am Sonntag auch auf dem Erzberg war. "Die Leute waren im ersten Moment noch ruhig", sagt er, "die meisten wussten noch gar nicht, was passiert war."Vermutlich das Ende der Gethsemane-Gruppe

Von einer "ganz böswilligen Tat" spricht Georg Marx und fragt, ob dies nun "das Ergebnis unserer Spaßgesellschaft ist". Er befürchtet, dass die Gethsemane-Gruppe nicht mehr zu retten ist. Die Figuren seien einst von einer Familie Bach gestiftet worden und hätten früher im Eingangsbereich der Pfarrkirche gestanden - doch nun sei es wohl vorbei damit.Die Polizei setzt unterdessen ihre Ermittlungen fort. "Wer hinter den Taten steckt, lässt sich noch schwer abschätzen", so Josef Köhler von der Polizeiinspektion Hermeskeil. Es könnten Jugendliche gewesen sein - oder auch ein Gestörter, sagt der Beamte.Die Bevölkerung wird nochmals um Mithilfe gebeten. Wem sind am Wochenende verdächtige Personen auf dem Erzberg aufgefallen?Hinweise - auch anonyme - erbittet die Polizei-Inspektion Hermeskeil unter der Rufnummer 06503/91510.