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Ausländer kaufen Häuser in der Region

Die alte Schule in Gonzerath ist vor einigen Jahren von Niederländern gekauft und renoviert worden.TV-Foto: Christoph Strouvelle
Die alte Schule in Gonzerath ist vor einigen Jahren von Niederländern gekauft und renoviert worden.TV-Foto: Christoph Strouvelle FOTO: Christoph Strouvelle (cst) ("TV-Upload Strouvelle"
Morbach. Niedrige Kosten beim Hauskauf sorgen dafür, dass sich mehr ausländische Mitbürger als früher in der Region niederlassen. Doch auch die Attraktivität von Mosel und Hunsrück spielt dabei eine wichtige Rolle. Christoph Strouvelle

Morbach Wird die Region rund um Hunsrück und Mosel bei Ausländern als Wohnort immer beliebter? Diese Vermutung stellt sich laut Ralf Klingel, der bei der VR-Bank Hunsrück-Mosel für die Vermittlung von Wohneigentum zuständig ist. Denn etwa ein Drittel aller Immobilien, deren Verkauf die VR-Bank vermittelt, geht inzwischen an Käufer aus dem Ausland. Vor zehn Jahren seien es nur vereinzelt Ausländer gewesen, die in der Region Eigentum erworben hätten, sagt er.
Der Anteil der ausländischen Käufer sei gerade in den vergangenen Jahren stark gestiegen. "Die Welt wird halt immer mehr ein Dorf", sagt er. Die Käufer zieht es aus allen möglichen Ländern an Mosel und Hunsrück: 2016 hätten Bulgaren, Rumänen, Polen, Russen, Luxemburger, Belgier, Engländer und Franzosen zu den Käufern gehört. Im Vorjahr seien darunter zudem Niederländer, eine Frau aus Kuwait und aus Australien gewesen. "Die Australier haben erst eine Ferienwohnung hier gehabt, dann haben sie sich ein Haus an der Mosel gekauft", sagt Klingel. Ein typisches Beispiel, wie er sagt. Ausländische Kunden suchten vermehrt Häuser im niedrigpreisigen Segment, beispielsweise als Ferienhaus.
Was zieht Ausländer in die Region? Die Gründe seien vielfältig, berichtet Klingel. Einer davon sind die deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten. Immobilienpreise, Grundsteuern und weitere Abgaben seien in anderen Ländern deutlich teurer.
Zudem seien viele Ausländer von der Moselregion begeistert. "Die Mosel ist noch begehrter als der Hunsrück", sagt er. Allerdings sei das Angebot an Immobilien dort auch geringer. Ein weiterer Aspekt für die Nachfrage sei die Nähe zur Benelux-Region. Viele kommen auch durch die Arbeit in die Region. Allerdings verringere sich derzeit das Immobilienangebot.
Erbengemeinschaften, geschiedene Paare und Personen, die eine Pflege finanzieren, verkaufen ihre Immobilien. Andere behielten lieber ihre Häuser, da sie mit dem erlösten Geld keine Zinsen erwirtschaften können.
Edmund Schermann von der Sparkasse Eifel-Mosel-Hunsrück kann diesen "nachhaltigen Trend" auch beobachten, obwohl der Anteil der ausländischen Käufer mit rund 15 Prozent geringer ist als bei der Morbacher VR-Bank. "Der niederländische, belgische und luxemburgische Käufermarkt ist uns als Sparkasse in einer Touristenregion seit Jahren wichtig", sagt er. Grundsätzlich seien ausländische Kunden an allen Immobilienformen interessiert.
Jedoch würden überwiegend kleine Einfamilienhäuser als Ferienhäuser, aber auch stilvolle ehemalige Bauern- und Winzerhäuser sowie landwirtschaftlich genutzte Gehöfte gesucht. Auch die Sparkasse begründet die Nachfrage aus dem Ausland mit der hohen touristischen Attraktivität der Region bei den Besuchern aus den Beneluxländern und den geringeren Kosten beim Erwerb einer Immobilie.
Die WK-Gruppe aus Thalfang hatte aufgrund des Feriendorfs in Thalfang schon immer mit ausländischen Kunden zu tun. Meist seien es Belgier und Niederländer, vereinzelt auch Luxemburger, sagt Geschäftsführer Johannes Kiefer. Diese suchten ein Wochenend- oder Feriendomizil. "Luxemburger wechseln auch komplett den Wohnsitz in unsere Region", sagt er. Meist ginge es um kleinere, bei Luxemburgern auch um größere Einfamilienhäuser.