Wohltaten für die Vereine und Gemeinden

TRIER. Die Legislaturperiode neigt sich dem Ende zu, doch in vielen kommunalen Gremien geht die Arbeit weiter. Auch die Mitglieder des Kreisausschusses Trier-Saarburg tagten noch einmal. Dabei gab es zwei Schwerpunkte: die Sportanlagen-Förderung und Fragen zur Herhof-Anlage in Mertesdorf.

Zu einer angeregten Debatte führte der erste Tagesordnungspunkt, bei dem Landrat Richard Groß - turnusmäßiger Vorsitzender des Zweckverbandes ART - auf Antrag der SPD-Fraktion über Stand und Entwicklung der Trockenstabilatanlage auf der Mülldeponie Mertesdorf berichten sollte. Bekanntlich war der Hersteller und Investor Herhof in finanzielle Turbulenzen geraten, so dass das zu etwa zwei Dritteln fertig gestellte Riesenprojekt neben der B 52 zunächst auf Eis gelegt werden musste. Inzwischen ist aber ein irischer Investor eingestiegen, der Kreis konnte von einer (Verzweiflungs-) Mitbeteiligung wieder Abstand nehmen und der Bau der Anlage wird fortgesetzt (der TV berichtete mehrfach). Entsprechend "locker" wollte Landrat Groß in der Sitzung die SPD-Anfrage beantworten und sprach von "keinen nennenswerten neuen Nachrichten in Sachen Herhof-Anlage". Auch um den späteren Absatz des Trockenstabilats müsse man sich keine Sorge machen, betonte Groß, da es eine sichere Vertragslage - eine Zwölf-Millionen-Ausfallbürgschaft - aber keinerlei finanzielle Beteiligung des Kreises mehr gebe.Die Debatte dreht sich im Kreise

Alfons Maximini von der SPD-Fraktion zeigte sich unbeeindruckt und setzte nach: Ob die Anlage zum vereinbarten Termin im Juni 2005 in Betrieb gehen könne, und ob das dort produzierte Stabilat überhaupt absetzbar sein werde? Die Antwort des Landrats Richard Groß, dass man sich auf den Vertrag mit den Iren stütze und alles andere nicht das Problem des Kreises sei, führte zu einer fast einstündigen Debatte. Unterstützung aus den anderen Fraktionen erhielt die SPD-Fraktion nicht - stattdessen aber Kritik für ihren Vorstoß. "Nun erstmal abwarten und auf Vertragseinhaltung pochen", lautete der Tenor der Mehrheit. Allerdings - das wurde deutlich - wird das High-Tech-Müllwerk in Mertesdorf die Gemüter auch in Zukunft noch nicht ruhen lassen. Weitaus geräuschloser wurde anschließend über die Förderung von Sportanlagen beraten und einstimmig beschlossen. Zulagen vom Kreis für den Bau oder den Umbau von Anlagen erhalten im laufenden Haushaltsjahr 2004 auf Vorschlag des Sportausschusses: Fußballklub Züsch (rund 9 900 Euro), SV Föhren (10 000 Euro), SV Taben (10 000 Euro), SV Langsur (10 000 Euro), TuS Schillingen (3 600 Euro), DLRG Konz (9 600 Euro), TC Konz (5000 Euro). Außerdem erhält die Verbandsgemeinde Konz für den Kauf eines LKW und eines Großflächenrasenmähers zur Pflege der Sportanlagen einen Zuschuss von rund 6000 Euro. Die Ortsgemeinde Leiwen wird für die Sanierung und Erweiterung von Räumlichkeiten am Sportplatz mit 4000 Euro unterstützt. Einstimmig in die Prioritätenliste für das Sportförderprogramm 2005 aufgenommen wurden: Die Ortsgemeinde Longuich für die Sanierung ihres Tennensportplatzes, der Tennisclub "Ruwertal" Waldrach für den Neubau eines Klubhauses und die Ortsgemeinde Ayl für die Umwandlung des Tennenplatzes in einen Rasenplatz.Sportausschuss soll nun prüfen

Der Bau eines Umkleidegebäudes und Kunstrasenplatzes in Trierweiler - Kosten voraussichtlich 700 000 Euro - und die Sanierung des Tennenplatzes Wellen - Kosten rund 300 000 Euro - werden auf Vorschlag des Sportausschusses erst in die Prioritätenliste 2006 aufgenommen. Auf Antrag von Rudolf Müller (CDU) soll der Sportausschuss zunächst prüfen, ob statt des Neubaus in Trierweiler nicht auch eine Komplettsanierung des stark beanspruchten Platzes in Udelfangen in Frage kommen könnte. Weitere Berichte aus der ausschuss-Sitzung des Kreises Trier-Saarburg folgen.