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Video in der Kunstkiste - Filme in D'Konschtkëscht

Video in der Kunstkiste - Filme in D'Konschtkëscht

D'Konschtkëscht, die Kunstkiste, ist ein grenzüberschreitendes Netzwerk, das Videokunst und -künstler der Großregion fördert. Eine Initiative ist das jährliche Videokunst-Festival, das zum ersten Mal in Rheinland-Pfalz, in der Tufa Trier, veranstaltet wird.

Trier. Am Eingang der Tufa in Trier fällt eine weiße Kiste mit eingelassenem Bildschirm ins Auge, über den in kurzen Abständen Filmsequenzen flimmern. Darüber ist die Aufschrift "D'Konschtkëscht" zu lesen.
"Wir wollen Videokunst- und -künstler in der Großregion fördern und die Öffentlichkeit für diese Kunstform sensibilisieren", erklärt Projektleiterin Sonia Dos Santos. Ein Mittel dazu sind Kisten wie die in der Tufa, die an vierzehn öffentlichen Orten der Großregion platziert sind und jeden Monat ein neues Kurz-Video zeigen. Momentan läuft "Kapitalismus" von dem aus Hermeskeil stammenden und in Trier zum Diplom-Grafik-Designer ausgebildeten Markus Zender. Ein anderes Förderinstrument sind Workshops. "In den vergangenen Jahren kamen Leute aus verschiedenen Altersgruppen und Milieus zusammen, die sich über das gemeinsame Interesse angefreundet haben", erklärt Sonia Dos Santos. "Aktuell ist das Echo bei unter 25-Jährigen sehr groß".
An einem Video-Workshop in der Trierer Tufa haben gerade zehn 14- bis 19-jährige Jungen und Mädchen des Friedrich-Spee-Gymnasiums (FSG) und der Freien Waldorfschule Trier teilgenommen. An beiden Schulen werden Kunstkisten installiert, die Filme werden in Flyern erklärt. Überdies stellen Mitglieder des Grundkurses Darstellendes Spiel am FSG eine Schülerjury zum Videokunst-Festival. Das jährliche Ereignis wird zum ersten Mal in der Tufa Trier ausgetragen. "Es soll in erster Linie, Interesse wecken und Austausch fördern", erklärt Dos Santos. Das Programm des Abends sieht vor, dass zunächst die Resultate der Workshops von Tufa, CIGL (siehe Extra) und Saarländischem Filmbüro gezeigt werden. Dann folgt die Präsentation von Videos elf professioneller Künstler aus der Großregion, die nominiert sind.
Anschließend vergeben sowohl eine Fach-Jury als auch die FSG-Schüler-Jury Preise. Zum Abschluss gibt es eine Aftershow-Party für alle. In den vergangenen Jahren sei die Resonanz auf das Festival und das Projekt selbst sehr gut gewesen, bilanziert Dos Santos.
Bisherige Krönung der Projektarbeit ist die Auszeichnung mit dem Medienkunstpreis des Saarländischen Rundfunks im Jahre 2011. Intendant Thomas Kleist meinte dazu: "Diese Kunstvermittlungsinitiative ist ein Musterbeispiel für ein gut funktionierendes grenzüberschreitendes Kulturprojekt".
Start des Festivals am Samstag, 23. November, um 20 Uhr im großen Saal der Tufa Trier. Infos unter www.konschtkescht.euExtra

D'Konschtkëscht ist der Name eines aus EU-Mitteln geförderten Interreg-Projekts. Seit 2011 wird es getragen vom Centre d'Initiative et de Gestion Locale (CIGL), einer gemeinnützigen Einrichtung für lokale Entwicklung in Esch-sur-Alzette, mit den Partnern Centre National de L'Audiovisuel in Luxemburg, Les Yeux de l'Quïe in Lothringen, Tufa Trier und dem Saarländischen Filmbüro. ae