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Vom ästhetischen Reiz des Schattens

Vom ästhetischen Reiz des Schattens

Fotografie lebt vom Licht, aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Trier haben das Phänomen Schatten genauer betrachtet und unterschiedliche Verständnisebenen davon ins Bild gesetzt. Die Ergebnisse zeigt ihre aktuelle Jahresausstellung "Schattenwelten - Lob des Schattens" in der Tufa Trier.

Trier. Was ist Schatten? Die Antwort scheint einfach: Es ist der Bereich, den Lichtstrahlen nicht erreichen, weil sich ihnen ein Körper in den Weg stellt. Aber das ist nur eine physikalische Erklärung.
Begriffe wie "Schattenseite" verweisen auf weitere, beispielsweise symbolische oder metaphorische Ebenen. Ihnen, aber auch der ästhetischen Qualität des Schattens, haben 25 Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Trier unter dem Titel "Schattenwelten - Lob des Schattens" ein Jahr lang nachgespürt.
Breites Spektrum bei 75 Werken


Das Ergebnis sind 75 Foto-Arbeiten mit einem breiten Spektrum an Ansätzen und Auffassungen. Nur wenige Fotografen und Fotografinnen haben als Schwerpunkt das erste der beiden Titelthemen "Schattenwelten" gewählt, dabei aber aussagekräftig herausgearbeitet, was damit in der Regel assoziiert wird.
Eva Sonne-Krings zum Beispiel lenkt ihren Fokus auf soziales Abseits. Das verfallene Lebensumfeld am gesellschaftlichen Rand verdichtet sich bei ihr in drei Foto-Negativen mit nur ganz vereinzelten Farbtupfern.
Margit Neussel zeigt geheime nächtliche Parallelwelten an düsteren Orten, die die meisten Menschen meiden. Die Welt im Schatten einer sie überschwemmenden Menschheit hat Elke Reinemann-Schmitt mit gezielt unscharfen Fotos geschäftiger Füße in Szene gesetzt.
Das Gros der Ausstellenden hat sich jedoch mit dem Schatten als Grundbedingung für ästhetische Wahrnehmung auseinandergesetzt. Wie reizvoll er reduzierte Formen und Flächen strukturiert, hat Eva Repschläger in Aufnahmen von architektonischen Betonelementen festgehalten. Wie er Plastizität gibt, hat Peter Heinbücher im Motiv einer Skulptur veranschaulicht. Und in vielfacher Variation zeigt sich die grafisch-ornamentale Qualität von Schatten, wenn er die Umrisse von Dingen des Alltags widerspiegelt.
Das "Lob des Schattens" entfaltet sich jedoch auch in philosophischen oder augenzwinkernden Interpretationen. Da werden die langen Schatten kleiner Dinge ins Bild gesetzt, ebenso Schatten als kühler, grüner Ruhepol für den Menschen.
Oder da wirft ein Student seinen Schatten nicht nur als Umriss, sondern auch als achtlos hinterlassenen Kaffeebecher aufs Campusgelände ... ae
Die Ausstellung des Vereins Fotografische Gesellschaft Trier ist noch bis zum 22. März im ersten Obergeschoss der Tuchfabrik in Trier zu sehen. Geöffnet ist sie jeweils am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14 bis 17 Uhr, Donnerstag von 17 bis 20 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 11 bis 15 Uhr. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es im Internet auf der Seite
unter <%LINK auto="true" href="http://www.foto-trier.de" class="more" text="www.foto-trier.de"%>