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Auch mit 82 Jahren kann er das Gärtnern nicht lassen

Auch mit 82 Jahren kann er das Gärtnern nicht lassen

Der Traben-Trarbacher Gärtner Erwin Treitz hat 1959 in Heidelberg seine Meisterprüfung abgelegt. Auch als 82-Jähriger übt er seinen Beruf mit Begeisterung und Freude aus. "Ich bin immer am Arbeiten und fast jeden Tag draußen", sagt der rüstige Rentner.

Traben-Trarbach. 1930 wurde er in Trier geboren, neun Jahre später kam er mit den Eltern nach Traben-Trarbach. Als 14-Jähriger trat er seine Lehrstelle in der Gärtnerei "Haus Horst", heute Schloss Burg, an. "Die Lehrzeit war streng", erinnert sich Treitz. "Der Arbeitstag dauerte zehn Stunden, und danach verrichtete ich freiwilligen Küchendienst".
Nach der Gesellenprüfung 1948 in Koblenz blieb er noch ein Jahr in seinem Ausbildungsbetrieb, bei einem Monatsgehalt von 18 Mark und freier Kost. Dann packte den 19-Jährigen das Fernweh. Zunächst arbeitete er in Großgärtnereien in Bad Kreuznach und Trier. "Ein Geselle geht auf Wanderschaft, und so schwang ich mich aufs Fahrrad und fuhr nach Köln." Dort fand er eine Stelle als Landschaftsgärtner. Seine erste Urlaubsreise führte ihn zu einem Freund nach Schweden. Fast 14 Tage war er mit dem Fahrrad unterwegs, "ich ernährte mich von Haferflocken, Milch und Zucker, schlief in Wanderheimen". In der Baumschule, in der sein Freund arbeitete, bekam er eine Anstellung. Fünf Jahre hat er in Schweden an verschiedenen Orten gearbeitet.
Menschen ganz nah


Nach der Meisterprüfung 1959 in Heidelberg war er in Koblenz tätig, und 1961 machte er sich in Traben-Trarbach selbstständig. Eine Schubkarre, eine Fräse, Kleinwerkzeug und ein alter Pritschenwagen waren sein erstes Arbeitsgerät. "Nun bin ich im 67. Berufsjahr", freut sich der Meister, der auf Friedhöfen und in Gartenanlagen tätig ist. Am Haus hat er einen Blumenverkauf. Nach seinem Herzinfarkt 1998 empfahl ihm der Arzt, weiterzuarbeiten, was ihm offensichtlich gut bekommt. "Ich bin bei jedem Wetter draußen und Erkältungen kenne ich nicht."
Schmunzelnd erinnert er sich an Beschwerden aus vergangenen Jahren. Sein Stundenlohn wurde als zu hoch befunden, "er habe die Rechnung entsprechend korrigiert", schrieb der Kunde. "Und ein paar Gänseblümchen im Rasen wären fast ein Fall für den Rechtsanwalt geworden", amüsiert sich der Gärtnermeister. In der Freizeit ist er in seinem Gemüsegarten, und Ehefrau Ursula ist fürs Einmachen zuständig. Beide sind in Traben-Trarbacher Vereinen aktiv, reisen gerne. Bei Regenwetter widmet sich Treitz seiner Modelleisenbahn. "Mein Wunsch ist, noch so lange arbeiten zu können, bis der liebe Gott sagt, Erwin, es ist genug, komm und ruh dich aus." GKB