Einsatzrekord für die Wittlicher Feuerwehr

Einsatzrekord für die Wittlicher Feuerwehr

Mehr als Hundert Brände und so viele Einsätze wie selten zuvor: Für die Freiwillige Feuerwehr Wittlich war 2010 ein außergewöhnliches Jahr. Vor allem die Einführung des Digitalfunks wird laut Wehrleiter Christian Vollmer im kommenden Jahr für große Herausforderungen sorgen.

Wittlich. Rekordverdächtige 221 Mal ist die Freiwillige Feuerwehr Wittlich in diesem Jahr ausgerückt, so oft wie lange nicht mehr. "Das haben wir einer Dame namens Xynthia zu verdanken", scherzt Wehrleiter Christian Vollmer. Das Sturmtief hatte den Wittlichern am 28. Februar gleich 50 Einsätze beschert. Ebenfalls auffällig ist die Zahl der Brandeinsätze 2010. Sie ist so hoch wie die der technischen Hilfeleistungen, die sonst zwei Drittel der Einsätze ausmachen. "Das ist schon selten", sagt Vollmer.

Der Tod eines Mannes in Neuerburg ist dem Wehrleiter - neben einer Brandstiftungsserie im Betreuungszentrum "Haus Felsenburg" in Wittlich - als besonders "dramatisch" im Gedächtnis geblieben. Der Vater eines Feuerwehrangehörigen war in seiner Garage vom eigenen Traktor überrollt worden. Einige Wehrleute hätten "posttraumatische Erlebnisse" gehabt, diese aber überwunden.

Weiterhin ein leidiges Thema ist die Zahl der Fehlalarme - 33 bisher in diesem Jahr. "Da ist kein Rückgang zu verzeichnen", sagt Vollmer. Ursache seien meist technische Mängel an Brandmeldeanlagen. "Das ist vor allem für eine freiwillige Wehr ärgerlich." Normalerweise seien Brandeinsätze zwar nicht kostenpflichtig. Besagte Fehlalarme habe man jedoch nach Aufwand abgerechnet.

Technisch wird die Feuerwehr 2011 aufrüsten: Ein 30 Jahre altes Tanklöschfahrzeug am Standort Wengerohr wird durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ersetzt. "In einem Stadtteil mit Neubaugebiet und viel Industrie hatten wir da Nachholbedarf." Die Kosten trägt zu einem Drittel das Land. Außerdem sei es wichtig, "technisch mit der Autoindustrie Schritt zu halten", sagt Vollmer. Deshalb hätten die Wittlicher in diesem Jahr spezielles Gerät erhalten, mit dem sie Menschen auch aus neueren Fahrzeugmodellen befreien können. Besonders stolz ist die Wehr auf ihre kreisweit einzige Wärmebildkamera. "Wir können damit Personen in völlig verrauchten Räumen finden", erklärt Vollmer.

2011 wartet eine "große Herausforderung" auf die Wittlicher Wehr: die Einführung des Digitalfunks in Rheinland-Pfalz. "Das bedeutet Kosten und einen hohen Ausbildungsaufwand." Alle Fahrzeuge und Anlagen müssen umgerüstet werden.

Was die Personalsituation betrifft, so habe sich die Zusammenlegung der Stadtteilwehren Dorf und Neuerburg sowie Wengerohr und Bombogen "bewährt". Das Ergebnis seien "deutlich schlagkräftigere Einheiten". Insgesamt hat die Wittlicher Wehr 140 Mitglieder. "Vor allem auch tagsüber sind wir gut besetzt", sagt Vollmer. Dennoch wolle er 2011 verstärkt für den Feuerwehrdienst werben, bei Zugezogenen, die eine Wohnung und einen festen Arbeitsplatz in der Stadt gefunden haben.

Für die Jugend steht kommendes Jahr ein besonderes Ereignis auf dem Programm: Das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr mit 500 Jugendlichen wird in Wittlich ausgerichtet. ExtraDie Freiwillige Feuerwehr Wittlich ist zuständig für ein Gebiet von 50 Quadratkilometern Stadtfläche. Dazu gehören 1380 Hektar Stadtwald. Wittlich ist zudem Standort für große Industrieunternehmen, die eine Fläche von 273 Hektar einnehmen. Zum Einsatzgebiet zählen außerdem Autobahnabschnitte der A 1, der A 60, das Autobahnkreuz Wittlich sowie eine Vielzahl von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Leiter der Wehr ist Christian Vollmer. Die Einheiten sind auf die vier Standorte Stadtmitte (Einheitsführer Martin Schmidt), Wengerohr/Bombogen (Einheitsführer Norbert Dany), Neuerburg/Dorf (Einheitsführer Stefan Berg) und Lüxem (Einheitsführer Peter Selbach) verteilt. Der Standort 1/Stadtmitte verfügt neben einem Brandschutzzug über je einen Zug für Technische Hilfe und Chemieschutz. (cweb)