Energiewende konsequent umsetzen

Wolf von Fabeck, Mitbegründer des Solarenergie-Fördervereins Deutschland, referierte auf einer Veranstaltung des ÖDP-Kreisverbandes (Ökologisch Demokratische Partei) in Bernkastel-Kues. "Unser Ziel sind 100 Prozent erneuerbare Energien", sagte er.

Bernkastel-Kues. In den Mittelpunkt stellte von Fabeck eine Frage, die selten diskutiert wird: Die Verstetigung des Stromflusses durch Speicherung vorübergehender Überschüsse bei Wind und Sonne - zum Beispiel in der Mittagszeit. Braunkohle- und Atomkraftwerke könnten nur sehr langsam und zeitaufwendig herunter- und wieder hochgefahren werden. Stattdessen würden an sonnigen und windigen Tagen zunehmend Wind und Solaranlagen zwangsweise durch den Stromnetzbetreiber abgeschaltet, wenn sie mehr Strom erzeugen als gerade benötigt wird. "Wenn wir den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien wollen, müssen wir uns so schnell wie möglich von den schwer abregelbaren Kohlekraftwerken und den gar nicht abregelbaren Braunkohle- und Atomkraftwerken trennen", so von Fabeck. Der Zubau von Kohlekraftwerken sei kontraproduktiv, wenn es die Politik mit der Energiewende ernst meine. Benötigt würden hingegen schnell regelbare Gaskraftwerke.
Speichern, aber wie? Geeignete Möglichkeiten gebe es ganz dezentral durch aufladbare Batterien, die direkt in die Solaranlagen integriert werden. Es müsse, so von Fabeck, gewährleistet sein, dass "wir vier Wochen ohne Sonne und Wind" überbrücken können. Wo bei dezentralen Anlagen kein Gasnetz bestehe, empfehle sich die Herstellung von in Tanks lagerfähigem Methanol aus Wasser und CO{-2}. Auf Dauer könnte mit erneuerbaren Energien hergestelltes Methan vollständig die Versorgung der Gaskraftwerke übernehmen. "Wir sind entschlossen", so ÖDP-Vorsitzender Johannes Schneider aus Maring-Noviand, "alles erdenklich Mögliche zu tun, um zu erreichen, dass die Energiewende konsequent umgesetzt wird." red