Gemeinschaft steht über allem

HEINZERATH. Schon im Sommer des vorigen Jahres hat der neu begründete Heimatverein von sich reden gemacht. Nun haben die Aktiven "Jung und Alt" zu ihrem Gründungsfest eingeladen.

Ein etwas ungewöhnliches Bild für ein Vereinsfest. Nicht nur, dass an den Tischen Gäste jeden Alters sitzen - auch auf der Bühne schwingen jüngere wie ältere Pärchen das Tanzbein. Zwar hat die Kälte an diesem Samstagabend einige davon abgehalten, die warme Stube zu verlassen. Doch da es auch im erstmals seit 15 Jahren wieder aufgebauten Festzelt schön warm ist, können die Gastgeber vom noch jungen Heimatverein Heinzerath über Besuch nicht klagen. Zumal das eigentliche Fest, zu dem mehr als 20 Gastvereine eingeladen sind, ja erst sonntags steigt. Ein kleiner Höhepunkt ist nach Gastspielen der Musikvereine Burgen, Rapperath und Heinzerath-Merscheid die abendliche Aufführung von Auszügen eines Musicals der Schulband der Hauptschule Morbach. Die schönste Bestätigung ihres Engagements ist für die Initiatoren des Festes das gemischte Publikum. Denn genau das hat der auffallend junge Vorstand im Sommer 2005 im Auge gehabt, als sich der etwas andere Heimatverein gründete. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Vereinsleben ein bisschen aufzupeppen", erläutert Vorsitzender Josef Schabbach, der etliche Jährchen jünger ist als sein Vorname vermuten lässt. Hintergrund sei der "Wegfall der Feuerwehr" gewesen, die ab Januar 2005 mit den Nachbarwehren Elzerath und Merscheid aus Kostengründen, also "freiwillig gezwungen", zusammengezogen worden sei. Das so entstandene Vakuum in der Pflege der dörflichen Gemeinschaft soll wieder mit Leben gefüllt werden. So habe der Verein etwa den Nikolausabend der Feuerwehr übernommen oder den Martinsumzug samt großer Tombola und eine Adventfeier gestaltet. Für diese studierten die Kinder des Dorfes sogar eigens ein Theaterstück ein, erzählt Andrea Wilbert, die sich um die Pressearbeit des Vereins kümmert. Auch am Altentag und der Kirmes wird sich der Heimatverein beteiligen, der auch beim Fastnachtsumzug aktiv war. Eine erste Generalprobe für den Verein war das Maifest, das nun mit dem Gründungs-Zeltfest überboten wird, bei dem laut Wilbert "50 helfende Hände" mit anpacken. "Dafür haben wir sogar das Hinweisschild noch mal ausgegraben", bekräftigt Michael Schwarz. Hauptanliegen der fünf Damen und fünf Herren im Vorstand ist, durch den Heimatverein "alle Leute" - also alle Altersgruppen - anzusprechen. Entscheidend sei, so Schabbach: "Jeder Cent, den wir hier einnehmen, kommt ja irgendwie wieder ins Dorf zurück." Dass das bei den Bürgern angekommen zu sein scheint, bestätigt die aktuelle Mitgliederzahl. Denn 91 sind bei etwas mehr als 300 Bürgern schon beachtlich.